Rufbereitschaft (Elektro) Vergütung

  • Hallo zusammen,


    ich hätte mal eine allgemeine Frage.


    Gibt es bei Euch in den Unternehmen/Betrieben auch eine Rufbereitschaft ? Falls ja, könntet ihr mir (ggf. auch per PM) Auskunft geben, wie die Vergütung
    für eine Woche bei Euch so ungefähr ist ?


    Also bei uns dauert die Rufbereitschaft eine Woche. Man nimmt das Diensthandy mit nach Hause und muss praktisch innerhalb einer halben Stunde reagieren können
    und zur jeweiligen Störung fahren. Die Arbeitszeit Haustür zu Haustür wird dann als normale Arbeitszeit gerechnet. Bei einem Einsatz gibt es noch extra 50 Euro.


    Früher gab es statt dem Geld einen Zeitzuschlag von 3-4 Stunden. Fand ich persönlich besser, weil man dann mal einen Freitag frei nehmen konnte um sich zu erholen.
    Angeblich wollten die meisten das Geld. Ich denke eher, dass es eine Masche ist,damit man Mitarbeiter länger in der Firma behalten kann.
    50 Euro sind für so ein Unternehmen doch nichts, dafür hat der Mitarbeiter einen Tag weniger frei und das Unternehmen muss hochgerechnet einen Mann weniger
    einstellen. Dafür verheizt man seine bestehende Mannschaft.



    Bei uns liegt die Vergütung bei ca. 270 Euro für diese Woche. Nach Abzug der Steuern bleiben ein wenig über 130 Euro.
    Ehrlich gesagt kann ich dies nicht ganz einordnen, ob es jetzt gut, oder schlecht ist.


    Wenn ich mir die Nettoauszahlung ansehe, finde ich es ehrlich gesagt schlecht, weil man ja doch eine Woche lang angehängt ist
    und es ja doch auf das gesamte Arbeitsleben gesehen eine ziemliche Lebenseinschränkung ist.


    Leider findet man aber auch im Internet irgendwie nichts, wie eine Lohntabelle für Rufbereitschaften.


    Wäre echt super, wenn ihr mir da eine Einschätzung geben könntet.


    Vielen Dank im voraus.


    Andreas

  • Solltet ihr gewerkschaftlich organisiert sein, frag doch bitte direkt die Gewerkschaft. Gibt es bei euch einen Tarifvertrag? Was steht im Arbeitsvertrag zu Überstunden und Rufbereitschaften?


    Grüße


    KaBe

  • Hallo,


    danke für deine Antwort.


    Naja unseren Verdienst kenne ich ja. Ich wollte mit der Frage eigentlich bei anderen Fragen, was die für eine Woche Rufbereitschaft so bekommen um vergleichen zu können.


    Von Rufbereitschaft hört man ja im Schnitt garnichts. Und da würde es mich schon interessieren, ob das bei uns angemessen ist, oder ob andere da z.B. das doppelte bekommen.


    Gruß
    Andreas

  • Servus,


    Ich betreue im Wochenwechsel (seit ca. 2 Jahren), in meiner Firma das Servicetelefon.
    Meine Aufgabe umfassen natürlich die Hilfe bei der Fehlersuche / Analyse.
    (Auch per Onlinezugriff von zu Hause auf die Anlage).
    Ebenso muss ich bei der Ersatzteilbesorgung in unser Lager fahren, um die betroffenen Teile per Eilkurier zu versenden.


    Die Reaktionszeit sollte max. 45min sein bis ich im Lager bin (bei 25min. Fahrweg) und 30 min. bis ich mich auf die Anlage aufgeschalten habe.


    Die Vergütung ist nicht gerade der Renner. Für die Bereitschaft gibt es 190 Euro pro Woche. Die Fahrtstrecke wird per Kilometerpauschale ersetz. Die Arbeitszeit wird mit dem normalen Stundensatz vergütet (am Sonntag doppelter Stundenlohn).
    Ich mach das auch nicht wirklich fürs Geld, sondern weil außer meinem Kollegen und mir keiner da ist.
    Ganz nach dem Motto: Alles für den Dackel, alles für den Club! :zensur:


    Ich würde sagen, dass deine Bereitschaft so im unteres Mittelfeld vergütet wird (nicht schlecht aber es geht auch deutlich besser).
    Ich habe Bekannte die für eine Woche 500Euro bekommen + 100Euro Antrittsgeld + 150% Stundenlohn.


    Ich hoffe das hilft dir weiter.


    Gruß


    RIG

  • Ich habe einen Bekannten, der in seiner Firma regelmäßig Bereitschaft hat.
    Diese ist an 2 Tagen je Woche (ohne WE) und er bekommt 10 Euro je Tag egal ob er gerufen wird oder nicht.
    Außer dem normalen Stundenlohn (+ Schichtzulage) gibt es nichts.
    Kilometergeld muss er beim Finanzamt geltend machen.


    LG
    BigPaps

  • Hallo,


    danke für Eure Antworten. Ok dann sollte ich mit dieser Vergütung also ganz zufrieden sein.


    Von den 500 Euro pro Woche habe ich nämlich auch schon gelesen. Und deshalb habe ich mal die Frage gestellt :-)


    Gruß
    Andreas

  • Für unter der Woche find ich die 10 Euro pro Tag in Ordnung, da man so oder so 8 bis 10 Std für den Job unterwegs ist und 6 bis 8 Std schläft, ist das keine große Einschränkung. Aber am Wochenende ist das schon ne ordentliche Einschränkung. Vor allem wenn es regelmäßig vorkommt.
    An jedem Bereitschaftswochenende kann ich nicht mit meinen Kindern ins Schwimmbad oder zu Oma und Opa weil sie 40km weit weg wohnen. Hier sollte die Vergütung schon passen.


    Gruß

  • Ups falscher Button


    Wusste gar nicht, dass man seine Kommentare selbst bewerten kann.
    Kann ich das Rückgängig mach? Sie so nach selbstverliebt aus. :cool2:


    P.s: Man ist mit dem was man hat nur so lange zufrieden bis man hört was andere für den selben Job bekommen bzw. was man selbst gekommen könnte.


    Gruß

  • Wusste gar nicht, dass man seine Kommentare selbst bewerten kann.
    Kann ich das Rückgängig mach? Sie so nach selbstverliebt aus.


    Lass mal stecken, du bist einer von den Guten!
    Dein Like passt scho. :thumbsup:


    LG
    BigPaps

  • Hoffe mal es ist ok,das ich das Thema wieder hochhole.

    Ich wollte mal hören was Ihr für Bereitschaft bekommt.

    Ich arbeite in der Instandhaltung einer grossmetzgerei ,wir sind zu dritt ein Schlosser und zwei Elektroniker.Wir haben wöchentlich wechselnd Ruf Bereitschaftsdienst Montags bis Sonntags .Samstag und Sonntags müssen noch zusätzlich jeweils zwei Rundgänge gemacht werden.

    pro tag bekommen wir 15€ und Samstag und Sonntag jeweils 10€ zusätzlich.

    Werden wir angerufen und müssen zur Firma gibt es 17,50€ plus die arbeitszeit normal vergütet.

    Ich finde die Tagesvergütung etwas zu mager, und die 10€ zusätzlich pro Tag am Wochenende etwas zu wenig wenn man überlegt das ich für jeden rundgang inklusive anfahrtzeit mit dem eigenen PKW ca 50min brauche.

  • bei uns liegt sie bei 70€ pro tag, dabei wechselt sie alle 7 tage (insgesamt 5 Personen). Also 7x70€, manchmal kommt man aber auf etwas weniger tage im monat als 7.


    Dafür gibt es aber dann nur noch eine Anfahrtspauschale (ich glaub 20€) und nichts anderes mehr, für Telefon gibt es auch nichts und man muss innerhalb 30min im notfall auf der Arbeit sein.

  • Bei uns wurden vor kurzem die Stundensätze angepasst. Pro Stunde Rufbereitschaft bekommt man jetzt knapp über 2 Euro.

    Geht bei uns auch eine Woche lang.

    Wenn man keinen Einsatz hat, kommt man dann so auf ca. 380 Euro die Woche.


    Wenn ein Einsatz ist, bekommt man noch einmal knapp 60 Euro und dann halt die Arbeitszeit von Haustür zu Haustür.


    Die 60 Euro haben sie eingeführt, weil früher noch eine gewisse Zeit auf den Einsatz aufgeschlagen wurde, damit man sich mit den

    Überstunden auch erholen konnte. Ist ihnen wohl zu viel geworden und jetzt gelten sie das mit der Pauschale ab.

    So können sie halt die Mitarbeiter noch länger binden, was halt aber auf Kosten ggf. der Gesundheit geht.

    Aber anscheinend waren bei einer Abstimmung viele scharf auf das Geld.



    Was mich eher interessieren würde, wäre das neueste Urteil, dass eine Rufbereitschaft als Arbeitszeit gelten muss.

    Das war zwar bei einem Feuerwehrmann. Bei der technischen Bereitschaft geht es zwar nicht um ein Menschenleben,

    aber auch hier sitzt man ja im Grunde mit dem Handy da, kann nichts großartiges mehr machen und muss nach dem

    Anruf ja dann sofort los.


    Aber wäre halt dann fast nicht machbar, dann hätte man ja dann sozusagen über eine Woche frei, wenn man eine Woche

    Bereitschaftsdienst geleistet hätte.


    Wie versteht ihr das Urteil?

  • Ich würde es so verstehen wie du es auch verstehst. Unser Arbeitgeber jedoch hat es letzte Woche erst einmal weit weg gesprochen.

    Ich bin gespannt wie es sich entwickelt.

    :ada: 2015 bestanden -> :BQ: 2016 bestanden -> :IM: 01.03.2018

  • bei dem urteil ging es um bereitschaftsdienst....


    wäre erstmal interessant, was sind für den gesetzgeber die unterschiede zwischen:


    arbeitsbereitschaft

    rufbereitschaft

    bereitschaftsdienst


    oder ist das alles, das gleiche für den gesetzgeber?

  • für mich sind bereitschaftsdienste: du bist in der Arbeit, arbeitest aber nicht sondern schläfst z.B. wiebei Ärzten.


    Rufbereitschaft wäre für mich du bist irgendwo, machst irgendwas zuhause und wenn man dich anruft musst du in die arbeit fahren.



    Für mich gibts da große Unterschiede.



    Aber von der gesetzlichen seite her hab ich keine Ahnung

  • Welche Bereitschaftszeit zählt in Deutschland zur Arbeitszeit?

    In Deutschland gibt es verschieden Arten der Bereitschaftszeit, die sich in der Frage des Einsatzortes und auch der Bezahlung unterscheiden.

    • Die Arbeitsbereitschaft: Dabei muss sich der Arbeitnehmer an einem vom Arbeitgeber bestimmten Ort aufhalten und von sich aus tätig werden, wenn es etwas zu tun gibt. Wie zum Beispiel ein Taxifahrer, der am Hauptbahnhof auf Fahrgäste wartet.
    • Der Bereitschaftsdienst: Dieser gleicht der Arbeitsbereitschaft und ist vor allem in medizinischen Schichtdiensten bekannt. Nur muss hier der Arbeitnehmer erst auf Anweisung des Arbeitgebers tätig werden.
    • Die Rufbereitschaft: Als Arbeitszeit wurde die Rufbereitschaft in Deutschland bislang nicht anerkannt. Während Arbeitsbereitschaft und Bereitschaftsdienst mindestens mit dem Mindestlohn vergütet werden müssen, war die Rufbereitschaft bislang anders geregelt. Bei der Rufbereitschaft kann der Arbeitnehmer seinen Aufenthalt selbst bestimmen, muss dabei jedoch für den Arbeitgeber erreichbar sein und „alsbald“ auch arbeiten können.

    (....)

    Das heißt, dass auch in Deutschland die Rufbereitschaft nun als Arbeitszeit gilt, wenn der Arbeitnehmer innerhalb kurzer Zeit einsatzbereit sein muss.


    quelle: https://www.anwalt.org/eugh-ur…t-zaehlt-zur-arbeitszeit/



    Frage, wäre dann eine Vergütung über den Mindestlohn = 24h x 8,50€ = 204€ pro Rufbereitschaftstag? Das kann ich mir kaum vorstellen.

  • In den Artikeln ging es ja um den Feuerwehrmann. Insgesamt wurden die Begriffe Rufbereitschaft und Bereitschaftsdienst munter durcheinandergeworfen, also fast gleichgesetzt.


    Aber auf jeden Fall leistete er die Bereitschaft von zu Hause aus. Also genauso wir in diesen Fällen hier auch.

    Und es geht darum, dass man sozusagen auf den Anruf wartet und sofort los muss. Also auch das gleiche wie bei

    einer technischen Bereitschaft.


    Diese Bereitschaftspraxen in denen Ärzte schlummernd auf der Pritsche warten, bis ein Notfall kommt, gelten ja meines Wissens sowieso als

    Arbeitszeit, weil diese in Schichtdienst arbeiten.




    Gut bei der ganzen Diskussion dachte ich eher, dass es nicht um die Bezahlung geht, sondern um die "Arbeitszeit" also das man

    durchschreiben könnte und sozusagen am Ende der Bereitschaftswoche einen mächtigen Berg Überstunden hätte ;-)





  • Hallo.

    Bei uns ist das so.

    Jede 4 te Woche ist man mit Bereitschaft dran.

    Das heißt ab 14.30 bis morgens 6 Uhr und Samstag 24 h.

    Unter der Woche wird die Bereitschaft'sstunde mit 20% vergütet und am WE mit 40%

    Das sind umgerechnet 26 Stunden .

    Und die restlichen 12 Stunden auf unsere wöchentliche Arbeitszeit von 38 Stunden bekommen wir im Normalfall mit Einsätzen zusammen.

    Das heißt ich bin jede vierte Woche zuhause.gehe da nicht arbeiten.

    Zusätzlich noch 12 Euro pauschal plus 30cent pro km für jeden Einsatz.