Mal wieder etwas provokatives

  • Danke echt guter Artikel. Also ehrlich gesagt spiegeln sich alle meine Befürchtungen in dem Artikel wieder.


    1) Abschaffung der Mittelschicht, wird vielleicht noch etwas dauern, aber dank den immer höheren Steuern auf das Bruttoeinkommen, steigende Preise für Alltagsdinge, wie Mieten, Strom, Wasser, immer mehr Zusatzversicherungen (private Rente, Zahnzusatz usw.) und die fast 0% Zinsen auf Erspartes bewirken einfach, dass das Geld immer schneller "raus" geht.


    Wenn jetzt nicht schon jemand einiges an Geld angespart hat, welches er in längerfristige Anlagen stecken kann, die ja auch "nur" noch 4-6% Zinsen bringen, aber dann 10-12 Jahre angelegt sind, hat eigentlich verloren.


    Also ich kenne viele aus der Mittelschicht, die eigentlich "gut" verdienen, aber die sich jetzt schon von dem Gedanken verabschiedet haben, sich noch einmal ein nagelneues Auto zu kaufen, weil sie es einfach nicht mehr einsehen für einen Mittelklassewagen 30-40000 Euro auf den Tisch zu legen.


    So werden sicherlich Leute ohne längerfristige Anlagemöglichkeiten immer ärmer, und Leute mit Anlagemöglichkeiten werden ggf. weiter bleiben, oder weiter aufsteigen und so wird die Mittelschicht immer weiter ausgedünnt.



    2)Entwertung des Bildungssystemes macht mir ehrlich gesagt auch Angst, und auch hier ist genau beschrieben, was ich in meinem Unternehmen seit einigen Jahren gerade im Stellenmarkt sehen kann. Da es ja heute modern ist, dass fast jeder nach der Ausbildung noch mit dem Meister nachzieht, aber es ja nur sehr wenige Meisterstellen gibt, arbeiten immer mehr Meister sozusagen als Gesellen. Und schön langsam wird das als Standard angesehen, dass ein Facharbeiter nicht nur seine Ausbildung hat, sondern auch den Insustriemeister vorweisen kann. Ein Sprung darüber werden Teamleiterstellen bereits mit einem Bachelor-Studium ausgeschrieben. Dadurch werden natürlich Bachelor Abschlüsse weiter entwertet, was Leute dazu zwingt eigentlich noch den Master zwingend gleich mitzumachen, um nicht in 10 Jahren wieder anfangen zu müssen.


    Und natürlich werden dadurch die Gehälter auch nach unten angepasst.


    3) Der deutsche Konsument: Diesen Absatz finde ich am schlimmsten, weil so auch viele Firmen denken. Wenn man z.B. Facebook Kommentare bei Autoherstellern verfolgt und dazu noch einige Berichte, dann zeigt dieser Punkt auch die Wahrheit.


    Wenn z.B. Volkswagen ein neues Auto herausbringt und Leute bei Facebook schreiben, welcher normale Bürger sich dieses Auto noch leisten soll, dann werden diese Aussagen auch direkt von VW Mitarbeitern kritisiert. Also nicht Mitarbeiter vom Facebook Team, sondern Bandmitarbeiter usw, weil diese in Ihrem Profil den Arbeitgeber angegeben haben. Auf jedenfall schreiben sie dann, musst ja nicht kaufen, oder muss er immer neu sein?


    Und lustigerweise fragen dann diese Mitarbeiter in den Kommentaren gleich nach, ob es dieses Modell hoffentlich im Mitarbeiter Leasingprogramm gibt....


    Und auch in Interviewes mit Managern kommt heraus, das der deutsche Absatzmarkt nur noch so ein Beiprodukt ist, und dass die meisten Fahrzeuge ja sowieso ins Ausland gehen. Also wäre es Ihnen völlig egal, wenn keiner mehr einen Neuwagen kaufen würde, weil dann verkauft man den Rest halt gleich ins Ausland...
    Also das sind schon Aussagen.. Wenn man sieht das die Autohersteller in China und Co aufrüsten, kann man fast auf den Gedanken kommen, dass sie in fünf Jahren in Deutschland alles zu machen und den kleinen Absatzmarkt Deutschland dann von China aus beliefern...