Eignung als Meister!

  • Hallo zusammen


    Wir hatten heute eine kontroverse Diskussion auf der Arbeit ( Chem.-Produktion) hinsichtlich der Fähigkeiten und Kompetenzen eines (angehenden) IMC..


    Gewisse Leute in der Führung sehen nur den Meister-Brief als ausschlagebendes Kriterium an" unabhängig vom (aktuellen) Betriebs-Fachwissen und der menschlichen,sozialen Eignung was meiner Meinung nach zu kurzsichtig gedacht ist.


    Argument:Ein Meister muss sich schnell auf neue Situationen einstellen können und in der Lage sein sich schnellstens das Fachwissen selbständig im Betrieb aneignen zu können,Führungskompetenz wird vorausgesetzt.


    Das wird und sollte alles in der Meisterschule vermittelt werden, das muss man erwarten und voraussetzen .Punkt


    Nur weil ein Mitarbeiter die Meisterschule erfolgreich absolviert hat, ist er noch lange nicht für eine Meisterstelle im Betrieb geeignet auch wenn er die Kenntnisse in der Prüfung nachgewiesen hat, ein Transfer und eine Umsetzung in die Praxis ist damit noch lange nicht gewährleistet!!


    Wie sieht ihr das,welche Fähigkeiten und Kompetenzen sollte ein (angehender) Meister mitbringen bzw sollten vorhanden sein?


    lg Set.

  • Gewisse Leute in der Führung sehen nur den Meister-Brief als ausschlagebendes Kriterium an" unabhängig vom (aktuellen) Betriebs-Fachwissen und der menschlichen,sozialen Eignung was meiner Meinung nach zu kurzsichtig gedacht ist.

    Diese Leute glauben auch das ihr Diplom ausreicht um Technologie und Menschen zu beherrschen.
    Es gibt auch Leute die an diesem Schein gerade arbeiten und glauben das dieser automatisch der Türöffner für höhere Positionen im Unternehmen ist.


    Aus meiner Erfahrung: Es gibt Leute die sind Meister eines Faches, ohne einem Brief dafür zu haben und es gibt Leute mit Brief die niemals ein Meister werden.


    Dann gibt es noch die mit Brief und Stelle, die von den Mitarbeitern nicht als Meister gesehen und akzeptiert werden.


    Ach, es gibt natürlich auch die Meister, die mit Brief, ihrem Fachwissen, ihren sozialen Fähigkeiten, einem überdurchschnittlichen Engagement und ihrer ganzen Persönlichkeit eine Meisterstelle besetzen und dort von den Mitarbeitern sowie der Geschäftsleitung respektiert und geschätzt werden. ....das soll es auch noch geben.


    Das Problem ist einfach das es auf Seiten der GL und der IM (und auch bei allen anderen Hierachiestufen) häufig eine Überschätzung der eigenen Leistung und damit verbunden ein Abwerten der Leistung von untergeordneten Stellen und Mitarbeitern gibt.


    Speziell hier in D ist auch immer noch der Glaube verbreitet das der Schein alleine etwas aussagt.


    Es gibt einen Unterschied zwischen Schein und Wirklichkeit (alleine die Zweideutigkeit des Begriffes "Schein" ist auch fast schon die Antwort auf die ursprüngliche Diskussion)


    Viele Grüße
    Nase

  • Argument:Ein Meister muss sich schnell auf neue Situationen einstellen können und in der Lage sein sich schnellstens das Fachwissen selbständig im Betrieb aneignen zu können,Führungskompetenz wird vorausgesetzt.


    Das wird und sollte alles in der Meisterschule vermittelt werden, das muss man erwarten und voraussetzen .Punkt

    Dies ist ein beliebtes Argument von mittleren bis höheren "Managern", die es sich etwas zu leicht machen.
    Diese Argumentation wird nicht nur im Personalbereich verwendet, auch im technischen Bereich ist sie häufig zu finden.
    Wer kennt nicht die Anlaufschwierigkeiten (Kinderkrankheiten) bei neuen Maschinen und Anlagen, besonders wenn diese nicht von der Stange sind.
    Da werden diese mittleren bis höheren "Manager" zu trotzigen kleinen Kinder, die diese Anfangsproblematik einfach verleugnen und mit dem Fuß aufstampfen:
    "Wieso funktioniert das nicht, wo die Maschine/Anlage doch so teuer war?"


    Hier ist der Knackpunkt zu finden:
    Neue Maschine --> muss sofort einsatzbereit sein und produzieren --> war schließlich teuer!
    Neuer Meister --> Keine Einarbeitung, kein Hineinwachsen, er muss alles sofort wissen und können --> wird schließlich teuer bezahlt!


    Die Argumentation ist eine rein betriebswirtschaftliche Sichtweise, bei der der Faktor Mensch unberücksichtigt bleibt!
    Übersetzt mal den allseits beliebten Begriff "Human Ressources" ins Deutsche und ihr versteht worauf ich hinaus will.
    Er bedeutet nämlich nichts anderes als "Menschenmaterial" und so wird er auch behandelt!


    Wie sieht ihr das,welche Fähigkeiten und Kompetenzen sollte ein (angehender) Meister mitbringen bzw sollten vorhanden sein?

    • Er sollte dazu fähig sein, das Erlernte in den betrieblichen Alltag transferieren zu können!
    • Er sollte das Erlernte in den betrieblichen Alltag transferieren wollen!
    • Er sollte sich selbst nicht zu wichtig nehmen!
    • Er sollte seine Wurzeln nicht verleugnen und sich im Umgang mit seinen Mitarbeitern daran erinnern wo er herkommt!
    • Er sollte wissbegierig bleiben und für alle und alles ein offenes Ohr haben!
    • Er sollte sich stets seiner Vorbildfunktion bewusst sein!
    • Er sollte kritikfähig sein!
    • Er sollte mit Konflikten umgehen können!
    • Er sollte seinen Mitarbeitern gegenüber fair auftreten und ihnen Wertschätzung (Respekt!) entgegenbringen!
    • Er sollte authentisch bleiben!


    Als angehender Meister sollte er sich zuerst mit all diesen Punkten auseinandersetzen bevor er hier im Forum fragt, was er später als Gehalt verlangen darf!



    LG
    BigPaps

  • Servus,


    unabhängig von der Eignung etc. ...


    Wenn in einem chemischen Betrieb ein Kessel explodiert und der Betriebsleiter hinterher vor dem Richter steht, dann wird er gefragt werden ob seine Aufsichten entsprechend qualifiziert sind!
    Wenn dann der Meister / Schichtleiter "nur" Bäcker ... ist, wird es mit der Argumentation für den Verteidiger sehr schwer werden.
    Das ist der Grund warum höhere Führungsebenen gerne einen ausgebildeten Meister auf diesem Posten sehen wollen.
    Nicht ohne Grund wird gerade in der chem. Industrie darauf so viel Wert gelegt. Das Gefahrenpotential ist hier um einiges höher als z.B. in der Metallbranche.
    Oder stellt euch vor, im Atomkraftwerk ist am Wochenende ein gelernter Bäcker der Chef... der Gedanke gefällt mir noch weniger.


    Grüße

  • Das in der Führungsebene der Schichtleitung ein ausgebildeter Meister die Verantwortung tragen muss und der Betrieb sich u.a rechtlich teilweise damit absichert, ist leicht nachvollziehbar und mittlerweile gängige Praxis zumindestens in Großunternehmen.
    Das ein äusserst kompetenter Facharbeiter eine Schichtführerstelle auch bekleiden könnte, was aus den o.g Gründen für den Betrieb rechtlich gesehen fahrlässig wäre,war allerdings nicht Gegenstand der Diskussion.



    Oder stellt euch vor, im Atomkraftwerk ist am Wochenende ein gelernter Bäcker der Chef... der Gedanke gefällt mir noch weniger.

    Mir auch nicht aber zumindestens hätte die Belegschaft am Wochenende frische Brötchen und Gebäck. :D


    Grüsse

  • Das im Kurs theroretisch erlernte muss meiner Meinung nach natürlich erst in die jeweilige Unternehmespraxis eingepflegt werde. Hierbei machen es sich viele Betriebe wohl oft sehr einfach. Man sollte seinen Führungskräften auch die Zeit und vor allem die Möglichkeit geben, in neue Aufgaben hineinzuwachsen. Da ist die fachliche Kompetenz für mich noch nicht mal so wichtig wie die methodische.
    Oftmals werden die fachlich überduchschnittlich guten Mitarbeiter genommen, und es wird einfach davon ausgegangen, sie wären auch in punkto Mitarbeiterführung und Ablaufplanung genauso kompetent...
    Das ist ein Grund, warum ich mit dem Meisterkurs begonnen habe. Ich erhoffe mir hier neues in diesen Dingen zu lernen. Trotzdem kann man die Theorie niemals 1:1 in der Praxis umsetzen, da braucht es wie anderswo auch eben seine Zeit.

    :ada:       :BQ:


    „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ (Mahatma Gandhi)


    "Wenn Du laufen willst, lauf eine Meile.Wenn du ein neues Leben kennen lernen willst, dann laufe einen Marathon. (Emil Zátopek)

  • Nur weil ein Mitarbeiter die Meisterschule erfolgreich absolviert hat, ist er noch lange nicht für eine Meisterstelle im Betrieb geeignet auch wenn er die Kenntnisse in der Prüfung nachgewiesen hat, ein Transfer und eine Umsetzung in die Praxis ist damit noch lange nicht gewährleistet!!

    Es ist wie bei einem frisch ausgelernten Facharbeiter auch. Das Lernen geht ab diesem Zeitpunkt erst richtig los. ABER die Grundvoraussetzungen werden nun einfach erwartet.


    Allerdings, was eine wiklich gute Führungskraft meiner Meiung nach ausmacht, das kann in der In der Schule nur bedingt vermittelt werden.
    Z.b. nur zu wissen was Empathie ist bringt einen nicht weiter.


    Gruss

  • Es kommt ja auch immer darauf an, wie man bisher im Unternehmen eingesetzt wurde, und/ oder was zukünftig für Aufgaben warten.
    Ich zum Beispiel bin schon einige Jahre als Teamleiter tätig, da war es so wie oben beschrieben:
    ..."Gute Leistung gebracht, da kann er die paar Zusatzaufgaben auch noch mit übernehmen..."
    Somit musste ich vieles intuitiv lösen und bin damit zum Glück bisher ganz gut gefahren. Nun hoffe ich, dass ich z.B. erlernte Methoden aus dem Kurs gleich in der Firma ausprobieren kann :/:thumbsup: Viele der Teilnehmer in meinem Kurs haben das nicht. Die stehen vielleicht seit Jahren an einer Maschine und machen den Meister nur aus eigenem Antrieb, um das nicht ihr ganzes Leben lang machen zu müssen. :sleeping:
    Bei anderen ist die geplante Rolle vielleicht ganz anders. Da ist gefühlt jede zweite Stelle durch einen Meister besetzt.
    Wieder ein anderer soll vielleicht als Meister einen kompletten Standort leiten. Hier hat z.B. der betriebswirtschaftliche Teil natürlich noch einen höheren Stellenwert...

    :ada:       :BQ:


    „Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.“ (Mahatma Gandhi)


    "Wenn Du laufen willst, lauf eine Meile.Wenn du ein neues Leben kennen lernen willst, dann laufe einen Marathon. (Emil Zátopek)

  • Hallo zusammen,


    bei uns sind wir aktuell vier Schichtleiter. Jeder von uns Schichtleitern hat seinen einzigartigen Werdegang und da tauchen die Unterschiede schon auf.


    Schichtleiter 1: Ende 30, ohne Meister , branchenfremde kaufm. Ausbildung, Führungserfahrung im Einzelhandel
    Schichtleiter 2: Mitte 50, ohne Meister , abgebrochenes Studium + Spedi-Kaufmann , Führungserfahrung im logistischen Bereich
    Schichtleiter 3: Anfang 30, ohne Meister , branchenfremde Ausbidlung , erste Führungserfahrung in der Logistik
    Meine Wenigkeit : Ende 20, mit Meister, logistische Berufsausbildung , keine Führungserfahrung


    Meiner subjektiven Meinung nach ist der Meisterbrief eher als Qualitätssiegel anzusehen in manchen Gewerben. Wie bereits in den vorherigen Posts angesprochen, ist es in der Chemiebranche weitaus wichtiger
    kompetentes Personal zu haben , da die Anforderungen weitaus höher sind. Im logistischen Bereich wird öfters mal der Bock zum Gärtner gemacht zwecks Kostendruck.
    Ich muss sagen , das ich mich mit meinem vielmals berufserfahrenen Schichtleiter 2 viel besser verstehe. Das resultiert darin, dass er viele Jahre in dem Bereich tätig war und ich mir noch eine Scheibe von ihm
    abschneiden kann.
    Mit den anderen Schichtleitern läuft es nicht so dolle, da es Quereinsteiger sind und sich leider durch blinden Aktionismus meinen behaupten zu müssen.
    Im Großen und Ganzen ist ,meiner Meinung nach, eine jahrzehnte lange Berufserfahrung als äquivalent zum Meisterbrief anzusehen.
    Kein Meisterbrief und gar keine jahrelange Berufserfahrung in dem Segment sind eher Gift für die Belegeschaft und die Qualität der Arbeit.

  • Gewisse Leute in der Führung sehen nur den Meister-Brief als ausschlagebendes Kriterium an" unabhängig vom (aktuellen) Betriebs-Fachwissen und der menschlichen,sozialen Eignung was meiner Meinung nach zu kurzsichtig gedacht ist.


    Nur weil ein Mitarbeiter die Meisterschule erfolgreich absolviert hat, ist er noch lange nicht für eine Meisterstelle im Betrieb geeignet auch wenn er die Kenntnisse in der Prüfung nachgewiesen hat, ein Transfer und eine Umsetzung in die Praxis ist damit noch lange nicht gewährleistet!!


    Teil 1 kaufe ich dir nicht ab.
    Es wird ganz bestimmt keine offizielle Richtlinie geben, in welcher der Brief das ultimative Kriterium ist.
    Und da wir alle nicht in die Köpfe unserer Mitmenschen blicken können halte ich das für reine Spekulation.
    Was ich aber aus persönlicher Erfahrung kenne: Man redet sich als Arbeiter auf Schicht gern solche Komplexe ein... Ging mir und meinen Kollegen damals auch so... "Ja, die da oben..."
    Wenn Du mal da oben bist sieht es ganz anders aus. Nur wird dies oft (bewusst) nicht kommuniziert.


    Ich finde, "Betriebs-Fachwissen" macht einen guten Facharbeiter. Wenn er sich charakterlich noch eignet auch einen guten Vorarbeiter.
    Aber wenn ich ihn als Schichtleiter einsetzen will, dann schicke ich ihn auf die IM-Schule.
    Das muss mir mein Personal-Stamm schon wert sein und der Kollege fühlt sich auch wertgeschätzt und unterstützt.
    Also ist in meinen Augen zunächst der Brief nicht zwangsläufig.


    VG
    Sebastian

  • Argument:Ein Meister muss sich schnell auf neue Situationen einstellen können und in der Lage sein sich schnellstens das Fachwissen selbständig im Betrieb aneignen zu können,Führungskompetenz wird vorausgesetzt.


    Das wird und sollte alles in der Meisterschule vermittelt werden, das muss man erwarten und voraussetzen .Punkt

    Ja, so ist es. Wenn man dann in der Praxis feststellt, dass der Meister doch nicht geeignet ist, dann wird´s eben für alle Beteiligten bitter.

  • Hi. Klar wird man als frischer Meister nicht alles direkt umsetzten können, weil man mit seinen Aufgaben wächst und das gelernte ausprobieren muss. Jeder muss schauen welche Mittel auf einer spezifischen Stelle die richtigen sind.


    Auch wenn man dann so eine Stelle ergattert hat, wird es kaum möglich sein, den ganzen Betrieb mal eben umzukrempeln.


    Also klar Denken und sich der Konsequenzen seines Handelns bewusst sein.

  • Du kannst mir sehr wohl Teil 1 abkaufen weil ich selber in der Runde (auf Tagschicht) dabei war, wo u.a diese Aussage von der Betriebsleitung her stattfand und das hat hinsichtlich der Thematik nichts mit Fehlinterpretation und/oder Schichtdiskussionen-spekulationen zutun!


    Du hast natürlich Recht damit, das man verschiedene Betrachtungswinkel berücksichtigen sollte.


    Primär geht es in der Fragestellung darum ob ein Meisterbrief als einziges ausschlaggebendes Krtiterum anzusehen ist, ob eine Meisterstelle besetzt werden kann oder nicht unabhängig vom Fachwissen und der charakterlichen Eignung.



    Gruss S.

    2 Mal editiert, zuletzt von setpoint ()

  • Aber wenn ich ihn als Schichtleiter einsetzen will, dann schicke ich ihn auf die IM-Schule.
    Das muss mir mein Personal-Stamm schon wert sein und der Kollege fühlt sich auch wertgeschätzt und unterstützt.

    Es ist schön wenn es noch so abläuft.
    Aber wo?
    In der Chemiebranche vielleicht, aber definitiv nicht mehr im Metallbereich!
    Da kann jeder ungelernte Produktionsmitarbeiter zum Schichtleiter ernannt werden!
    Natürlich zum mitarbeitenden Schichtleiter!
    Das ist billiger als einen IM einzusetzen.


    LG
    BigPaps

  • In der Chemiebranche ist normalerweise (je nach Betrieb) ein Meisterbrief in der Schichtführung (bei uns 4 Mann) obligatorisch dh.Pflicht allein schon aus rechtlichen Gründen.



    Ich kenne Betriebe wo fast jeder (Facharbeiter auf Schicht ) einen Meisterbrief haben sollte weil die Anforderungen sehr hoch sind, manche Unternehmen stellen einen Facharbeiter ohne Meisterbrief erst garnicht mehr ein.


    Gruss S.

    2 Mal editiert, zuletzt von setpoint ()

  • In der Chemiebranche ist normalerweise (je nach Betrieb) ein Meisterbrief in der Schichtführung (bei uns 4 Mann) obligatorisch dh.Pflicht allein schon aus rechtlichen Gründen.

    Bei uns in der Haustechnikbranche bauen wir u.a. sicherheitsrelevante Bauteile für Gasthermen, da brauchen wir solche Auflagen nicht.
    Entweder es passt oder es macht Bumm.
    Da es selten Bumm macht sind die Kosten für evtl. zu gewährenden Schadensersatz langfristig niedriger als die Lohnkosten für eine Meister- oder Facharbeiterstelle.


    LG
    BigPaps

  • Der Meister macht in vielerlei Hinsicht Sinn. Viele Weiterbildungen bauen darauf auf wenn man vielleicht etwas anderes machen möchte.


    Aus eigener Erfahrung hatten wir vor einigen Jahren einen Stellenabbau. Es gab für jeden Mitarbeiter ein Punktekonto, z.B. für Familie,
    Firmenzugehörigkeit in Jahren, für die Position usw.
    Alleine für die Anmeldung zu Meisterschule haben einige so viele Punkte bekommen, das so mancher Familienvater mit 15 Jahren mehr Erfahrung ins Hintertreffen geraten ist.

    now is the time that winner stand out

  • Unser Betrieb erweitert momentan einen Bereich um mehrere Schichtgruppen. Alle Schichtführer z.B. die ich bisher bei uns kenne, haben keinen oder machen gerade ihren Meister. Einen davon belächel ich schon manchmal, da er meint die IM-Schule ist nur Theorie! Das zählt für mich dann schon als fehlende Kompetenz und das als angeheneder Meister! Dementsprechend fällt mir da auch seine manchmal seltsame Konfliktlösung ein. Das sag nicht nur ich. Aber Fehler sind bekannterweise auch menschlich.


    Aber worauf ich eigentlich hinaus wollte ist, bei uns werden alle zukünftigen Schichtführerstellen nur noch mit der Weiterbildung zum Industriemeister besetzt.


    Das finde ich mittlerweile gut, da ich jemanden mit Fortbildung als Vorgesetzten auf den ersten Blick kompetenter und vorbildlicher empfinde als jemanden ohne Weiterbildung. Das ganze mag zwar am nur Anfang vielleicht zutreffen (Wie oben im Beitrag von OldPappa, kann er seine Handlungskompetenz ja auch völlig falsch rüberbringen!), aber es gibt mir persönlich erstmal ein gewisses Respektgefühl!


    Ich hoffe jetzt auch, dass ich so eine Stelle bei uns kriegen kann. Bei uns in der ganzen Fertigung gibt es im Moment nämlich nur zwei mit dem Meistertitel. Einzig die Führungserfahrung fehlt mir bei der Stellenbeschreibung. Ich hoffe die kann ich irgendwie ausgleichen! :beten3:


    Gruß


    Riby

  • Die Praxis hab ich doch durch meine Berufserfahrung, den Teil wird keine Schule abdecken können um zu sehen das ich darin gut bin.
    Arbeiten tue ich derzeit in der Produktion, vorher fast 20 Jahre in der Instandhaltung, wir haben auch Elektriker in der Produktion. Schlossermeister
    mit Elektrikern unter sich und umgekehrt.
    Ich könnte einige Beispiele aufzählen. Keine Schule/Prüfung wird den Praktischen Teil so abdecken können das er Berufserfahrung nachweisen kann.
    Ich kann mich ja auch auf einen anderen Bereich bewerben, ich muss mir das Praktische wissen dann aneignen.

    now is the time that winner stand out

  • Übrigens mache ich meinen Meister auch nicht um als Meister zu Arbeiten, mit meinem Defizit würde ich vermutlich keine Stelle bekommen.
    Ich bin aber auf Augenhöhe mit meinen Meistern. Zudem möchte ich eine weitere Weiterbildung machen, wofür ich den Meister brauch.
    Auch sichere ich meinen Arbeitsplatz. Auch gibt es Betriebe wo ich durch den Meister die höchste Lohngruppe bekomme.


    Was viele auch nicht sehen ist das Meister auch weniger verdienen können wie ihre normalen Mitarbeiter im Betrieb.
    Bei uns oft dadurch das die Zulagen für Körperliche Belastung, Schmutz usw. wegfallen und einige ja auch mit Personal nichts zu tun haben.
    Ein Arbeitsvorbereiter kommt z.B. nicht auf mein Geld.


    In jungen Jahren wollte ich meinen Meister nicht machen, mir hat mein Job einfach viel Spaß gemacht.
    Das war zu kurz gedacht, besonders in der Hinsicht das ich Körperlich arbeite und man nicht jünger wird.
    Man aber auch für die Zukunft sich ganz andere Möglichkeiten auftun können.
    Ich kann es nur jedem Raten. Meinen jüngeren Kollegen Rate ich allen dazu.


    Um aber nochmal auf etwas zurück zu kommen wegen Eignung, manchmal wollen Betriebe gar nicht das man ein gut funktionierendes Team
    auf einer Schicht bildet, wenn das der Fall ist bekommt die Betriebsleitung nichts mit und die haben gern etwas Unruhe ( Das Sachen nach oben getragen werden ).
    Manchmal widerspricht es dem was du eigentlich als Meister gelernt hast. Man brauch eine gewisse Anpassungsfähigkeit zwischen dem was der Betrieb möchte und
    dem was du gelernt hast. Ich habe für mich beschlossen das ich das einfach nicht bieten kann, nicht solange ich Spaß an meinem Beruf haben möchte.

    now is the time that winner stand out

  • Es ist doch, so wenn jemand aus dem Umfeld (selbe Schicht) seinen Meister macht da auch ein gewisser Neid nach oben kommt. Da entstehen meiner Meinung nach dann auch die Diskrepanzen und Unzufriedenheit.


    Das ein Facharbeiter auf die Ebene Meister angehoben wird halte ich für nicht mehr tragbar. Früher war das in kleineren Unternehmen gang und gebe.


    Aus meiner persönlichen Erfahrung kann ich dir sagen, dass du dich als Meister mit ganz anderen Gesichtspunkten intern auseinandersetz als z.B. der Facharbeiter auf der Meisterstelle ---> Hier entstehen doch ziemlich oft Konflikte.
    Dies hat mich auch damals dahingehend beeinflusst mir eine neue Stelle zu suchen.


    VG

  • Auch sichere ich meinen Arbeitsplatz.


    Auch gibt es Betriebe wo ich durch den Meister die höchste Lohngruppe bekomme.

    Zu Punkt 1:
    Jain. Wenn Du jung bist und gut ausgebildet, allerdings momentan auf einer Stelle sitzt, für die Du überqualifiziert bist...
    ...und deine Firma muss einiges an Köpfen abbauen
    ...und es kommt zum Beispiel zu einem Sozialplan
    ...dann wärst Du wohl ganz vorne mit dabei bei den ersten Entlassungen.
    Denn Du kommst sehr schnell wieder unter und du bist nicht unverzichtbar.
    Und man kann davon ausgehen, dass Du mit deinen Weiterbildungen nicht ewig auf dieser Stelle geblieben wärst.
    Deinem Ausscheiden greift man also nur vor.


    Ohne Weiterbildung wärst Du zwar immer noch jung, die anderen Argumente dürften aber in der Form nicht mehr kommen.


    Zu Punkt 2:
    Also auch nur, wenn Du auch als Meister eingestellt wirst.
    Angenommen Du bist Produktionshelfer, dann bringt dir der Meister keine Verbesserung.


    VG
    Sebastian

  • Ich denke mal es kommt schon sehr auf die Firma an und welches Ziel sie verfolgt,
    ich sag ja jeder der sich damals angemeldet hat für den Meister, hat eine Wahnsinns Punktzahl erhalten.
    Nur für die Anmeldung. Die Jungen lassen sich besser Formen und unter Druck setzten.
    Auch kann ich sie gehaltstechnisch begrenzen.
    Gerade bei Weiterbildung ist viel Interpretationsspielraum bei Betriebsbedingten Kündigungen.
    Natürlich kann die Firma sagen der macht den Meister den brauch ich.
    Nicht immer gehen die jungen Mitarbeiter. Produktionshelfer haben wir selbst bei uns nicht. Ich arbeite in der Produktion derzeit.
    Komme aber aus der Instandhaltung. Die Produktion stellt ihre Meister aber selbst. Viele von den Junggesellen machen ihren Meister
    und haben auch gute Chancen in nicht allzu langer Zeit als Meister zu Arbeiten. Bis auf wenige Altmeister gibt es zumindest bei uns keine
    ernannten Meister mehr.

    now is the time that winner stand out

  • Hallo zusammen,


    ich reduziere für mich den Meisterbrief als notwendig um überhaupt eine Chance zu haben aus der Produktion zu wechseln. Ich arbeite als Chemikant in einem Mittelgroßem Unternehmen mit sehr guten Konditionen. Bin gerade 30 geworden und wollte jetzt mal schauen, ob ein Positionswechsel innerhalb des Betriebes möglich ist. Im Gespräch mit unserem Betriebsrat wurde mir eines sehr sehr sehr deutlich gemacht.


    Egal wie gut man ist, wie fachlich kompetent oder sozial geeignet- ohne Meisterbrief gibt es keine Chance aufzusteigen. Nicht mal eine Umgruppierung steht im Raum.


    Ich bin jetzt schon in der Lage eine Vorgesetztenposition zu machen, um die Antwort nach der Qualifizierung zu geben, aber ohne den Brief geht halt nichts in unserem Unternehmen.

  • Der Meister ist doch in aller erster Linie der Nachweis, bzw die Befähigung, bestimmte verantwortungsvolle Tätigkeiten ausführen zu dürfen. Ob derjenige dies dann auch wirklich kann, hängt von der Erfahrung, die man sich im laufe der Zeit angeeignet hat ab und wie gut er mit dem anvertrauten Personal und sämtlicher betrieblicher Mittel umgehen kann.

  • ...Hammer, gut aufgelistet, wirklich. Dem ist nichts hinzuzufügen. Das sollten wir uns als angehende Meister als Kodex nehmen. Niemals vergessen, wo wir herkommen. Danke für diesen Post. :thumbup::thumbup:

    (bow)Thomas, das bin ich... ADA 2017:ada: