Wie steht Ihr zum bedingungslosen Grundeinkommen in Deutschland?

  • Bedingungsloses Grundeinkommen in Deutschland 16

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    Bedingungsloses Grundeinkommen ist in meinem Bundesland (Schleswig-Holstein) zur Zeit ein großes Thema.
    Auch ich habe mich damit auseinander gesetzt und meine Meinung gebildet.
    Nun interessiert mich, wie Ihr "baldigen" Meister zu diesem Thema steht.
    Vielleicht könnt Ihr auch noch kurz etwas zu eurer Entscheidung schreiben.
    Weshalb habt Ihr euch so entschieden,
    Pro...
    Contra...
    Mit freundlichen Grüßen

  • Ich bin dagegen, weil unser Leben ja nur funktioniert, da ja sozusagen jeder zur Arbeit gezwungen wird um Geld zu bekommen.

    Und mit dieser Arbeit hält man unser Leben in einer Funktion.


    Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, welches ja nach sehr linken Köpfen so hoch sein sollte, dass man nur noch freiwillig

    arbeiten müsste, wird dieses System aber auf einen Schlag zusammenbrechen.


    Gerade viele Menschen mit heute niedrigem Lohn, oder gar mittlerem Lohn werden dann sicherlich nicht mehr zu Arbeit gehen,

    wenn sie die höhe ihres Gehaltes auch so auf das Konto bekommen würden.


    Auch wenn das viele bezweifeln, weil ja "Jeder bis 100 arbeiten will" und ja ach so gerne zur Arbeit geht ;-)


    Und die anderen Prozent, welche weiterhin zur Arbeit gehen, weil sie zum bedingungslosen Grundeinkommen noch etwas aufstocken wollen,

    die werden dann steuerlich noch weiter gemolken, weil sie noch mehr mitfinanzieren müssen.


    Geld wächst ja nicht auf Bäumen. Und wo soll es herkommen, wenn ein hoher Prozentsatz dann die Arbeit niederlegt und nur noch

    ohne alles das Geld bekommt.


    Und ja, auch wenn heute jemand keinen Bock hat, fängt ihn H4 auf. Aber wenigstens muss er sich damit immer wieder beim Amt melden

    und auch Bewerbungen und Co. nachweisen.

    Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen ist dieser Punkt Geschichte und Faulenzer werden ihr Leben auf Kosten anderer für

    immer genießen.

  • Ich wollte eine offene Diskusion und nicht von Beginn an die Richtung vorgeben, doch hier nun mein Standpunkt dazu.
    Ich bin ganz klar für das bedingungslose Grundeinkommen in Deutschland.

    Punkt 1: Arbeitslosigkeit/Finanzierung
    Wir haben eine Arbeitslosenquote von 5,6%!
    Das ist Vollbeschäftigung! Auch wenn die Politiker dies nicht hören wollen.
    Es wird verzweifelt versucht Arbeitskräfte aus weiteren Ländern zu beziehen.
    Es wird immer Personen geben, die in die Arbeitslosenquote fallen: Übergang Jobwechsel, Kind groß ziehen nach Elternzeit, etc. und diejeniegen, die schlichtweg nicht arbeiten möchten...
    Wer nicht arbeiten möchte, erbringt in Deutschland auch keine Leistung und kostet dem Staat (und damit dem Steuerzahler) mehr Geld, als er einbringt.
    Um die Arbeitslosenquote von 5,6% zu halten bezahlt der Steuerzahler eine sehr teure Beschäftigungstherapie...

    Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen würde die Arbeitslosenquote steigen, doch auch die Kosten für besagte "Beschäftigungstherapien" verschwinden.
    Nicht zu verschweigen, die Kosten für die unzählige, bewusst komplex gehaltene Ämpter...

    Die Finanzierung des bedingungslosen Grundeinkommens wäre damit mehr als gesichert, dies sehen inzwischen selbst die stärksten Kritiker ein.


    Punkt 2: Industrialisierung/Automatisierung

    Die Automatisierung vieler unattraktiver Arbeitsplätze wird vom Staat gehemmt, da besagte Arbeitsplätze angeblich benötigt werden.

    Doch ist die Automatisierung vieler Stellen günstiger als eine Arbeitskraft einzustellen.


    Punkt 3: Motivation

    Ein bedingungsloses Grundeinkommen sichert ab, doch reich machen tut es nicht... (von 1000€p.P. ist die Rede - Kinder 500€p.P)

    Es wird sicherlich einige Menschen geben, die sich auf erhaltenem Grundeinkommen ausruhen werden, doch sind wir mal erlich, auf wieviele Menschen trift dies zu? Würdest du dich ein Leben lang mit 1000€ zufrieden geben? (Miete, Auto, Essen, Versicherungen)

    Wieviele Menschen deines Umfeldes würden sich mit dem bedingungslosen Grundeinkommen ein Leben lang zufrieden geben?

    Ich schätze in meinem weiteren Umfeld nicht mehr als 10%. wovon ein Großteil "Frührentner" und Behinderte ausmachen werden.

    Ich pauschalisiere sehr bewusst: Menschen geben sich nicht ihr Leben lang mit Grundeinkommen zufrieden, der Drang nach mehr holt ein immer wieder ein.


    Soweit mein Standpunkt.

    Ich freue mich auf eure Meinung.

  • Ich bin dagegen, weil unser Leben ja nur funktioniert, da ja sozusagen jeder zur Arbeit gezwungen wird um Geld zu bekommen.

    Und mit dieser Arbeit hält man unser Leben in einer Funktion.


    Mit dem bedingungslosen Grundeinkommen, welches ja nach sehr linken Köpfen so hoch sein sollte, dass man nur noch freiwillig

    arbeiten müsste, wird dieses System aber auf einen Schlag zusammenbrechen.

    Das ist eine Interessante These.

    Nur wie passen die Millionen Ehrenamtlich unentgeltlichen geleisteten Stunden in das Bild.

    Wenn doch fast niemand freiwillig Arbeitet?

    Juni 2016 Juli 2016


    Und wenn alle anderen die Lüge glauben - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten-, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.
    (George Orwell)

  • Das ist eine Interessante These.

    Nur wie passen die Millionen Ehrenamtlich unentgeltlichen geleisteten Stunden in das Bild.

    Wenn doch fast niemand freiwillig Arbeitet?


    Die Tätigkeiten des Ehrenamts beziehen sich ja sich auf produktive Leistungen. Hier geht es ja um als Beispiel Lebensmittel, Trinkwasserversorgung, Stromnetz, Telefon, Mobilität, Möbel usw. usw.


    Das soll jetzt wirklich nicht negativ klingen und ehrenamtliche Tätigkeiten sind wichtig, aber für das Überleben an sich nicht relevant.

    Ehrenamtliche Tätitgkeiten finden ja oft im privaten Umfeld statt. Vereine und Co. Somit betreffen diese Tätigkeiten des Einzelnen nur eine sehr kleine Gruppe.


    Aber wie gesagt für das große Ganze und unser System und Produkte finde ich das bedingungslose Grundeinkommen eher gefährlich, weil gerade wenn man sich heutige Jugendliche ansieht (auch nicht alle) dann herrscht da eine allgemeine Unlust und 0-Bock Generation.

  • Zitat

    Aber wie gesagt für das große Ganze und unser System und Produkte finde ich das bedingungslose Grundeinkommen eher gefährlich, weil gerade wenn man sich heutige Jugendliche ansieht (auch nicht alle) dann herrscht da eine allgemeine Unlust und 0-Bock Generation.

    So gehen die Vermutungen auseinander.

    Ich denke, gerade dieser 0-Bock Generation täte das Grundeinkommen gut.

    Denn die "0-Bock Krankheit" wird durch unfreiwillige Wege und fehlende Perspektiven geschürt.

    Das Problem ist nicht die 0-Bock Generation, sondern die derzeitigen Umstände, welche "Bocklosigkeit" produzieren.


    Ursache statt Symptome bekämpfen...


  • Das stimmt. Das sieht jeder anders. Ich denke halt, dass die 0-Bock-Krankheit dann noch weiter unterstützt wird und sie dann den ganzen

    Tag rumgammeln können. Bis jetzt mussten sie sich halt doch noch beim Amt melden, oder Auflagen wie Bewerbungen und Vorstellungen erfüllen.

    Das fällt dann alles weg.


    Und vielen, denen als Beispiel das Auto heute egal ist, werden mit dem Grundeinkommen dann auskommen,

    wenn man keine größeren Anschaffungen hat und sie zur Miete leben.

    Weil dann fallen ja auch größere Anschaffungen am Haus weg, da diese der Vermieter trägt.

  • Zitat

    Bis jetzt mussten sie sich halt doch noch beim Amt melden, oder Auflagen wie Bewerbungen und Vorstellungen erfüllen.

    Das fällt dann alles weg.

    Dies ist ein pro Grundgehalt Argument:

    Die Auflagen, wie pflicht Bewerbungen und Vorstellungen kosten Geld und treiben Arbeitslose in Dumpinglohnjobs.

    Lassen wir die verschwindent geringe Minderheit, die es immer geben wird, doch Arbeitslos zu Hause "rumgammeln", wie du es so schön nennst und investieren das Geld lieber in die Bevölkerung die wirklich Arbeit sucht.

    Zitat

    Und vielen, denen als Beispiel das Auto heute egal ist, werden mit dem Grundeinkommen dann auskommen,...

    Das ist der Grundgedanke vom bedingungslosen Grundeinkommen:

    bedingungslose Grundabsicherung.


    Doch wird man nicht nur auf das Auto verzichten müssen.

    Auch auf Urlaub, Markenklamotten, Freizeitaktivitäten, Elektrogeräte wie Handy, TV, PC, Musikanlage, etc. muss verzichtet werden.

    Für den Großteil der Bevölkerung wird dies eine Minderung der Lebensqualität bedeuten und zur freiwilligen Jobsuche führen.

    1000€ p.P sind schnell verbraucht.


    Man bedenke, dass zur Zeit 15,7% der Bevölkerung unter der Armutsgrenze verdienen. (Armutsgrenze zur Zeit: <979€ p.P)

    https://www.cecu.de/armutsgrenze.html

    Bei 5,6% Arbeitslosenquote in Deutschland

    Kommt man auf 10,1% der Bevölkerung welche trotz Arbeit unter der Armutsgrenze leben.


    Mit dem Konzept vom bedingungslosen Grundeinkommen, lebt niemand in Deutschland mehr unter der Armutsgrenze und jegliche Arbeit wäre eine zusätzliche Bereicherung.



  • Das soll jetzt wirklich nicht negativ klingen und ehrenamtliche Tätigkeiten sind wichtig, aber für das Überleben an sich nicht relevant.

    Das schmerzt jeden Feuerwehrmann der Freiwillig unentgeltlich Leben rettet.


    Ich bin auch nicht für ein Bedingungsloses Grundeinkommen. Weil es meiner Meinung nach nicht zu finanzieren ist.

    Trotzdem muss jedem Menschen das Leben, nicht nur das überleben ( Harz 4) , in Deutschland gesichert werden.

    Eine viel spannendere Frage ist: Warum gibt er diese 0 Bock Generation?

    Kann es vielleicht sein das es an dem mörderischen Druck in der Schule liegt, das Schüler inzwischen zu Dopingmitteln greifen müssen (

    http://www.gehirn-doping.info/…hirndoping-in-der-schule/)

    Oder an der mangelnden Perspektive ? ( Harz 4 lässt grüßen)

    Und was ist mit drohende Altersarmut ? Die Motiviert einen auch nicht zu Hochleistungen.

    Juni 2016 Juli 2016


    Und wenn alle anderen die Lüge glauben - wenn alle Aufzeichnungen gleich lauteten-, dann ging die Lüge in die Geschichte ein und wurde Wahrheit.
    (George Orwell)

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  • Dies ist ein pro Grundgehalt Argument:

    Die Auflagen, wie pflicht Bewerbungen und Vorstellungen kosten Geld und treiben Arbeitslose in Dumpinglohnjobs.

    Lassen wir die verschwindent geringe Minderheit, die es immer geben wird, doch Arbeitslos zu Hause "rumgammeln", wie du es so schön nennst und investieren das Geld lieber in die Bevölkerung die wirklich Arbeit sucht.

    Das ist der Grundgedanke vom bedingungslosen Grundeinkommen:

    bedingungslose Grundabsicherung.


    Ja aber gerade das war ja mein Argument, dass es mit dem bedingungslosen Grundeinkommen noch wesentlich mehr werden, weil jetzt

    sicherlich viele vom Amt und Co. Angst haben. Diese Angst fällt dann weg, wenn ohne alles > 1.000 Euro pro Monat auf dem Konto landen.

    Gerade Leute ohne größere Bildung bleiben dann sicherlich zu Hause.


    Aber wie gesagt. Sieht jeder anders.

  • Genau diese maximal 10% der Bevölkerung, welche ihren Lebensstandard bewusst auf 1.000€ p.P runterstufen und das ein Leben lang, um nicht arbeiten zu müssen, brauchen wir auf dem Arbeitsmarkt nicht.

    Denn genau diese Personen erbringen keine erwähnenswerter Leistungen, selbst wenn man sie, wie zur Zeit, zur Arbeit zwingt.

  • Genau diese maximal 10% der Bevölkerung, welche ihren Lebensstandard bewusst auf 1.000€ p.P runterstufen und das ein Leben lang, um nicht arbeiten zu müssen, brauchen wir auf dem Arbeitsmarkt nicht.

    Denn genau diese Personen erbringen keine erwähnenswerter Leistungen, selbst wenn man sie, wie zur Zeit, zur Arbeit zwingt.


    Wenn ich mich nicht täusche, dann geht es bei diesen Diskussionen aber um 1.000 Euro, oder mehr, welche als Nettowert auf dem Konto

    des Empfängers landen.


    Und dann sollte man sich einmal überlegen, welche breite Schicht um die 1.000 Euro Netto arbeitet.


    Reinigungskräfte, Verkäuferinnen, Friseur, Logistik usw.. , und wenn man ein wenig weitergeht dann kommen schon mit 1.300 - 1400 Euro die ersten Handwerker.


    Und auch diese werden es sich dann überlegen, weil man ja mit der Arbeit auch weitere Unkosten hat. Fahrkosten, mehr Kleidung usw.


    Also ich würde da nicht von 10 Prozent sprechen, sondern von einer wesentlich größeren Schicht. Und diese Jobs sind alle notwendig, damit

    das besagte System funktioniert.

  • 30% der Beschäftigten in Deutschland haben <1.600€ Netto!/Monat (immernoch bis zu 600€ über dem angestrebten bedingungslosen Grundeinkommen)

    https://www.google.de/amp/s/am…-verteilt_id_6603710.html


    Genau diese 30% können das zusätzliche Grundeinkommen sehr gut gebrauchen, um zb. ihre zumeist angehäuften Schulden abzubezahlen oder sich Luxus, wie zb. ein Auto gönnen zu können.

    Wenn hiervon 1/6 (Also 5%) die Arbeit dauerhaft niederlegen, ist dies schon sehr großzügig gerechnet. Hinzu kommen die zur Zeit 5% Arbeitslosen, so ergibt sich eine Quote von 10%.


    Um genau diese notwendigen und unattraktiven Jobs, wieder zu besetzen, müssen hier die Löhne steigen und/oder die Arbeitsbedingungen verbessert werden, was ganz klar ein pro Grundeinkommen Argument ist...

    Auch wird gerade im Niedriglohnsegment immer weniger Personal benötigt, auf Grund der fortlaufenden Industrialisierung und Automatisierung.


    Das Groß/Mittel-Verdiener Ihre Arbeit auf Grund der 1.000€ dauerhaft niederlegen, können wir ausschließen.

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