Für den Erhalt von Industriearbeitsplätzen in Berlin/ Deutschland - Bitte helft!

  • Hallo liebe Forengemeinde,


    Ich bin relativ neu hier und habe mich angemeldet, weil ich im Jul. 18 auch mit dem Industriemeister Mechatronik anfange. Ich habe allerdings eine andere Bitte an euch. Es geht um viele Industriearbeitsplätze in Deutschland und vor allem in Berlin, Görlitz und Leipzig, was für einige von euch als Industriemeister sicher auch von Bedeutung ist. Ich arbeite bei Siemens und viele haben es vielleicht schon durch die Medien erfahren, dass Siemens in Deutschland mehrere Werke schließen will und fast 4000 Menschen auf die Straße setzt. Kurz vorher wurde vom Vorsitz, darunter Joe Kaeser und Janina Kugel ein neuer Rekordgewinn von 6,2 Milliarden € Gewinn (nach Steuern) bekannt gegeben. Begründet wird dieser Arbeitsplatzabbau mit der von „der Politik verursachten Energiewende“. Jetzt werden viele von euch vielleicht denken: „das ist die übliche Vorgehensweise, bei AGs, wenn der Markt sich verändert“. Ja das ist richtig, wenn der Markt nicht mehr die Nachrage aufbringt, müssen Überkapazitäten abgebaut werden. War schon immer so, und wird immer so bleiben. Allerdings sollte man das auf eine Art machen, die nicht ganze Regionen oder Städte in die Krise stürzt. Und damit meine ich nicht nur Görlitz oder Leipzig. Sondern auch Berlin, Erfurt oder Offenbach. Berlin, eine Stadt, die extrem auf Dienstleistung ausgelegt ist und kaum mehr Industriearbeitsplätze besitzt.

    Es gibt hochbezahlte Marktforscher bei Siemens, die dafür bezahlt werden den Markt zu beobachten und dementsprechend früh zu reagieren und nicht auf die aktuelle Art und Weise. Die Siemensführung will also Kapazitäten bündeln... angeblich in Deutschland. Und das bis 2020. Was mich aber zum kochen bringt: vor kurzem kam raus, dass Siemens seit Juni 2017 sieben Milliarden Kronen in Teschechien investiert, um Forschung, Entwicklung aufzubauen, aber auch, und dort wird am Meisten investiert, die Fertigung in den Werken Drasov, Frenstat, Radhostem und Mohelnice zu vergrößern und zu modernisieren. Und komischerweise soll die Investition bis 2019 ihre Früchte tragen. Der Sinn, auf der einen Seite Leute in Deutschland zu entlassen und auf der anderen Seite mehrere tausend Leute in Teschechien aufzubauen und 7 Mrd Kronen (umgerechnet 270 mio. €) zu investieren, in ein Geschäftsfeld, das angeblich marktwirtschaftliche Schwächen zeigt, erschließt sich mir nicht. Es sei denn man denkt über die Wahren Gründe nach.

    Was mich außerdem daran so ärgert: als Siemensianer, der seit seiner Ausbildung dort seit 2004 arbeitet, ist, dass das Management nicht seinen Job macht und rechtzeitig auf die Marktsituationen reagiert. Die Leute im Siemens Dynamowerk in dem ich arbeite haben viele Ideen und Lösungsvorschläge aufgezeigt um das Werk auszulasten. Und das schon vor Jahren, als sich abzeichnete, dass es zunehmend schlechter aussieht. Das Werk in Görlitz schreibt mit seinen Dampfturbinen schwarze Zahlen. Für die Erkenntnis: Markt schlecht = Arbeiter raus... brauche ich kein Management.


    Klar, es ist immer schwer etwas dagegen zu tun. Und würde ich die Entscheidung von einem Joe Kaeser wahrscheinlich nicht ändern können, wenn ich ihm das so schildern dürfte. Aber kämpfen will ich trotzdem für meinen Arbeitsplatz, so wie viele andere meiner Kollegen auch. Dazu gehört das Demonstrieren, vielleicht sogar streiken oder, und damit komme ich zu meinem eigentlichen Anliegen an euch, eine Petition. Im Netz wurde für das Dynamowerk eine Petition eröffnet bei der jeder unterschreiben kann um dieses zu erhalten. Um auch ein Stück Geschichte zu erhalten. Seit 111 Jahren bauen wir dort große Elektromaschinen und Spezialmaschinen von Walzmotoren bis Ubootantrieben ist alles dabei. Ich wäre euch sehr dankbar wenn ihr an der Petition teilnehmen würdet und euch dort einschreiben würdet. Die Hoffnung stirbt zuletzt und wer nichts tut, hat schon aufgegeben. Daher meine Bitte hier an euch.


    Hier gehts zur Petition:

    https://www.openpetition.de/pe…st-im-berliner-dynamowerk


    Auch für die anderen bedrohten Siemenswerke gibt es eine Petition.

    http://www.openpetition.de/!siemenserfurt

    http://www.openpetition.de/!siemensgoerlitz

    http://www.openpetition.de/!siemensoffenbach

    http://www.openpetition.de/!siemensleipzig



    Hier der Tschechische Artikel über die Investitionen. Für den deutschen Artikel einfach nach unten scrollen.

    https://www.czechinvest.org/de…-uber-7-Milliarden-Kronen


    Wer noch mehr sehen mag, hier noch ein Beitrag von Frontal 21, der die aktuelle Lage nochmal ganz gut verdeutlicht.

    https://www.zdf.de/politik/fro…/wut-bei-siemens-100.html



    Vielen Dank und viele Grüße,

    Steff

  • Hey Steff,


    das ist alles richtig was du schreibst, allerdings macht das Managment seine Sache gut, denn sonst wären solche Rekordgewinne nicht möglich - klingt komisch, ist aber so.


    Aufgrund der großen Anzahl der Mitarbeiter, den Tariflöhnen, und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, hat sich die Konzernleitung so entschieden. Gewisse Planungsgrundlagen lernst du auch im IM kennen, freue dich darauf, dann kannst du gewisse Entscheidungen verstehen - eine Sauerei ist es dennoch. Wohlmöglichkeit hat ein pfiffiger Zahlenschubser gewisse Sparten als unwirtschaftlich im großen Ganzen gesehen, vielleicht sind eure Lohnkosten zu hoch, das weiß nur der Konzern.


    Starte trotzdem mit deinem IM und schaue positiv in die Zukunft! Ich denke die Regierung wird nochmal zu Verhandlungen gegen den Stellenabbau laden. Aber am Ende ist das immer eine Konzernentscheidung, leider.

    Gruß checksum


    :BQ: (2015):ada::HQ: >>>:IMM: (2017)

  • Ja es ist traurig was in Deutschland abgeht.


    Aber so tragisch es ist, man wird es nicht mehr stoppen können. Die Politiker sind doch auch nicht interessiert daran, sonst

    würden sie sich nicht auch noch lachend mit den Chinesen fotografieren lassen, wenn das nächste Unternehmen an sie verscherbelt wurde.


    So wird es immer weitergehen. Das ist die Konsequenz der Digitalisierung, Energiewende.


    Auch wenn ein E-Auto als Beispiel dreckiger als ein Verbrenner ist. Aber wenn auch hier die Politik voranschreitet und die Verbote zu Verbrennern ausruft, wird es noch düsterer aussehen. Viel weniger Teile in einem Fahrzeug. Und alles andere sind dreckig produzierte Teile mit seltenen Erden und Co., welche dann logischerweise aus China kommen.


    Unternehmen wollen immer mehr Gewinn zerren, und nutzen die Globalisierung nur noch um sich zu bereichern.

    Der Einkauf, die Produktion, alles wird nur noch im jeweils billigsten Land der Welt erledigt.


    Und hier versucht man dann das Produkt für das hundertfache zu verkaufen. Fragt sich nur, wie lange sie das noch hinbekommen, wenn hier immer mehr arbeitslos werden, oder die Löhne seit Jahren stagnieren.



    Aber je nach dem. Ändern kann man als Einzelperson sowieso nichts. An Weiterbildung mitnehmen was geht und dann schauen

    was die Zukunft bringt.

  • Zitat

    An Weiterbildung mitnehmen was geht und dann schauen

    was die Zukunft bringt.



    Ja das sehe ich auch so ! Besser kann man sein Geld nicht investieren als in sich selber, bis zu einem gewissen grad natürlich.

    So hat man dann auch bessere Chancen wenn hier mal garnichts mehr geht.