Berufserfahrung

  • Servus,


    Ich bin seit 26.01.17 gelernter Werkzeugmechaniker in der Stanz und Umformtechnik.



    Meint ihr mir reicht ein Jahr Berufserfahrung? Mein Ziel ist später Ausbilder/öffentlicher Dienst Berufsschullehrer. Noten technisch mach ich mir keine sorgen. Nur wie es mit Erfahrung aussieht. Würde gerne noch zuvor ins Ausland und gleich im Anschluss den IM machen.


    Den Handwerksmeister hat mir jemand abgeraten mit wenig berfufserfahrung aufgrund der Konstruktionskenntnise die mit wenig Erfahrung einfach fehlen.



    Gruß

    Thomas

  • Ich denke es reicht erst ab nächstes Jahr


    Du brauchst 1 Jahr Berufserfahrung um die BQ Schreiben zu dürfen, und dann noch ein weiteres Jahr um dann die HQ machen zu dürfen.

    Zitat

    Voraussetzungen zur Zulassung zum ersten Prüfungsteil sind:

    Eine abgeschlossene Berufsausbildung in einem anerkannten Ausbildungsberuf der Metallbranche und mindestens ein Jahr Berufspraxis


    Zusätzlich brauchst du bis noch einen "Ada" Schein auch AEVO genannt.


    Also kannst du im Januar 2018 die Zulassung von der IHK prüfen lassen und ich dann auf die Suche nach einem Bildungsträger machen.

    IM Elektrotechnik Teilzeit (Samstag) Start November 2017 "Der Weg ist das Ziel!"

  • Hallo Thms,

    dein angestebtes Ziel ist beeindruckend.

    Meiner Meinung nach sollten dafür aber mehr als 10 Jahre Berufserfahrung vorhanden sein.

    Warum diese harte Ausage?

    Ich hatte in meinen 40 Jahren als Ausbilder mit mehreren Fachlehrern ohne genügend Praxis zu tun. Es war einfach fürchterlich, den Azubis schonend beizubringen, daß ihr Fachpraktiklehrer nur sehr wenig Ahnung hat.

    Beispiel Wie heisst das Gegenstück zur Matrize und was bedeutet an der Fräsmaschine ( Deckel ) der Ausdruck FP.

    Meine Azubis wußten das und der Lehrer nicht. ( Schande ) Werkzeugmechaniker wissen das.

    Hoffentlich nicht ganz entmunternd.

    Gruß

  • Es reicht ein Jahr.

    BQ kann man ohne Berufserfahrung schreiben. (zumindestens bei dem IM Chemie ist dem so)

  • Sehe ich genauso. Es mag sein das er zeitnah nach seiner Lehre zur Prüfung für den IM zugelassen wird. Aber welches Wissen kann er dann vermitteln? Wohl nur das was er selbst in der lehre gelernt hat. Man wird auch dann mit Meistertitel nie einem das Wasser reichen können der 10-15 Jahre den Beruf ausübt. Jeder meckert das die Azubis immer schlechter werden. Aber die Qualität der Ausbildung sinkt auch....

  • Ok, vielen Dank.



    Wie sieht’s mit der Machbarkeit den IM mit einem Jahr Berufserfahrung zu machen aus? Da ich in meiner Ausbildung gut war bekomme ich von der IHK ein Stippendium, heißt wenn ich mich in den nächsten drei Jahre Fortbilde bekomme ich drei Jahrelang ein Darlehn von 2400,- pro Jahr drei Jahre lang und muss nur 10% zurückzahlen.


    Und es gibts schönere Firmen als unsere, deswegen würde ich gern den Meister machen und was danach kommt lass ich auf mich zukommen. Geld ist nicht alles. Techniker bin ich zu faul, und will später irgendwas mit Menschen machen.

  • Zitat

    Techniker bin ich zu faul,

    Auch der Meister wird dir nicht geschenkt werden, im Gegenteil.


    Wenn ich jünger wäre, würde ich tatsächlich einen Techniker in Vollzeit versuchen.


    Zitat

    Wie sieht’s mit der Machbarkeit den IM mit einem Jahr Berufserfahrung zu machen aus?

    Machbar ist alles, es liegt nur an einem selbst. Eventuell gibt es sogar einen kleinen Vorteil dadurch das die Ausbildung noch nicht so lange her ist.


    Ich würde eher das Abitur nachmachen und dann studieren und (Berufsschul)Lehrer werden.

    IM Elektrotechnik Teilzeit (Samstag) Start November 2017 "Der Weg ist das Ziel!"

  • Ich würde eher das Abitur nachmachen und dann studieren und (Berufsschul)Lehrer werden.

    Um Gottes Willen! Wenn ich an meine Berufsfachschule zurückdenke, wird mir übel. Die Lehrer dort waren völlig planlos. Alle paar Jahre durften sie in "echte" Betriebe und sich moderne Technik ansehen, Maschinen benutzen, und sich so ein wenig weiterbilden. Auf spezielle Fragen außerhalb des Lehrplans konnte nicht eingegangen werden, es fehlte schlicht das Fachwissen. Das war so ähnlich wie der obig genannte Ausbilder, welcher den Azubis nichts beibringen konnte.


    Interessant wäre wohl der Weg als freier Dozent für ein Thema welches dich total interessiert. Um Erfahrungen zu teilen und zu lehren, muss man natürlich erstmal welche haben. ;-) Da kommst du nicht drumherum. Also mach deine Fortbildung und nutze sie als Basis um darauf aufzubauen.

    Gruß checksum


    :BQ: (2015):ada::HQ: >>>:IMM: (2017)

  • Zitat

    Um Gottes Willen! Wenn ich an meine Berufsfachschule zurückdenke, wird mir übel. Die Lehrer dort waren völlig planlos


    Naja Berufsfachschule ist zumindest in Bayern != Berufsschule. Eine BFS bildet bei "uns" Assistenten aus und ist eine rein schulische Ausbildung.


    Ich kann nur für Bayern sprechen, und da hatten wir im ersten Aussbildungsjahr einen sehr guten (Fach)Lehrer für die Mechanik (Praxis) und auch später waren die Lehrer für Elektrotechnik und Mechatronik immer auf dem neuen Stand.

    Zwar alles nur Theoretiker aber zumindest unser langjähriger Klassenlehrer dort konnte wirklich jede elektrotechnische Frage beantworten, gal ob im Lehrplan oder nicht.

    IM Elektrotechnik Teilzeit (Samstag) Start November 2017 "Der Weg ist das Ziel!"

  • Hallo thms,

    denke mal an deine eigene Berufsschulzeit zurück. Welche Lehrer waren gut und welche nicht ? Auch ein Anfänger spürt, ob der da vorne Ahnung hat von dem was er erzählt. Dementsprechend auch der Respekt vor der Person.

    Frage an dich: Möchtest du von deinen zukünftigen Azubis oder Schülern aufgrund deines Wissens(besser) oder nur aufgrundes des Amtes (na ja)respektiert werden?

    Ausserdem, wer bekommt mit Mitte 20 eine Stelle als Meister? Den Betrieben ist Erfahrung wichtig.

    Gruß

  • Wir hatten auch einen relativ jungen Berufsschullehrer der uns auch SPS beibringen sollte.


    In der Referendarzeit war Wissen da und Motivation ohne Ende. Kaum wurde er Studienrat Abbau um 100%.


    "In diese Lösung müßte ich mich reindenken dazu hab ich keine Lust"

    IM Elektrotechnik Teilzeit (Samstag) Start November 2017 "Der Weg ist das Ziel!"

  • Hallo,

    der TL oder TOL muß ja die Theorie und die Praxis beherrschen, nicht nur davon gehört haben. Vormachen ist die Devise.

    Ein Azubi sagte einmal zu mir: Der TOL ist auf einem Stand, zu der Zeit knutschte mein Urgroßvater meine Urgroßmutter.

    Was macht dann der Ausbilder?

    Laß die Ur weg und es passt.

    Gruß

  • Servus,


    Vielen Dank für die Beiträge.


    Es ist so, das ich ja seit Januar ausgelernt bin. Die Arbeit ist einfach nichts für mich bzw. die Firma, wenn man nicht gescheit eingelernt wird macht’s keinen Spaß. Ich gebe mir Mühe und strenge mich an aber zufrieden ist mein Vorgesetzter nicht. Meine Kollegen die sind zufrieden muss ja auch alles erst lernen und selbst Erfahrung sammeln.



    Mein Traum ist in nächster Zeit zu kündigen. Und ein Jahr ins Ausland gehen.


    Danach nochmal einen Job suchen, ist für mich stand jetzt nichts. Meine Theorie ist Meister und dann schauen, kann mich ja normal anstellen lassen oder doch noch studieren. Oder irgendwas mit Menschen( Ausbilder, Lehrer, oder in einer behinderten Werkstatt oder gefängnis) Gehalt ist mir Juppe. Und ich bin werkzeugmechaniker mit Erfahrung in meinem Beruf komme ich eh nicht weit. Da in der Ausbildung Drehen und fräsen wichtig ist, ich als Werkzeugmechaniker aber vor keiner Fräsmaschine mehr stehen werde sowie Drehmaschine.


    Ich bin nicht faul, nur erkenne ich das die jetzige Arbeit nichts für mich ist. Und in meiner Firma ist keiner wirklich glücklich.


    Ich frage euch ja nicht umsonst, aber was soll ich tun? Habt ihr noch ne Alternative?

  • Wenn du es eilig hast mach den Meister und geh dann studieren.


    Ohne Berufserfahrung hast du schlechte Karten bei der Stellensuche.

    Es wird immer nach deinem Praxiswissen/ Erfahrungen geschaut.

    Nur das theoretische hat wenig wert.


    Hatte viele Vorstellungsgespräche die letzte Zeit, was die am meisten beeindruckt hat war meine Praxiserfahrung.

  • Aber warum erst den Meister machen und seine Zeit "verschwenden", wenn man gleich studieren, und den quantitativ höheren Abschluss machen kann?


    Stichwort Erfahrung: als Jungmeister hat man im Regelfall null Erfahrung, wie sollte man sich denn beim Gespräch verkaufen? Tendenziell eher eine niedrigere Stelle mit der Option die höhere später (nach gewisser Einarbeitung) zu bestreiten? Ich stehe nämlich nächstes Jahr auch vor der Entscheidung mich auf eine passende Stelle zu bewerben, weil ich nichts passendes in meinem Unternehmen in Aussicht habe. Nur wer nimmt einen schon ohne Erfahrung?

    Gruß checksum


    :BQ: (2015):ada::HQ: >>>:IMM: (2017)

  • Zitat

    Aber thms möchte ja als Meister in die Schule und dann läuft er als Technischer Lehrer, nicht als wissenschaftlicher Lehrer.

    Zumindest der Fachlehrer bei uns hat auch viel Theorie unterrichtet und nicht nur Praxis. Und der von mir angesprochene StR sollte uns "eigentlich" auch Pneumatik und SPS in den entsprechenden Laboren "beibringen".



    Bei uns in Bayern gibt es als Meister oder Techniker eine gute Chance Fachlehrer an Mittelschulen (Hauptschule) bzw. an berufsbildenen Schulen zu werden. Da macht man auch ein Praktikum an der in Frage kommenden Schule und ist dann bis zur Pension zu 99% immer an der selben Schule, auch ein nicht zu unterschätzender Vorteil, in einem Bundesland wo die meisten Beamten ins teuere München delgiert werden..



    Zitat

    Ich stehe nämlich nächstes Jahr auch vor der Entscheidung mich auf eine passende Stelle zu bewerben, weil ich nichts passendes in meinem Unternehmen in Aussicht habe. Nur wer nimmt einen schon ohne Erfahrung?

    Probieren, irgendwann gibt es die passende Stelle. Studenten kommen auch auf dem Studium und besetzen oft hohe Posten auch ohne Erfahrung, so habe ich das zumindest oft festgestellt.


    Ich suche eigentlich auch eher nach "Sachbearbeiter" Stellen, wo oft ein Meister gefordert wird. Richtige Erfahrung in Führung hab ich auch nicht, bin nur Ausbilder in der Feuerwehr und habe mit schon ein bewegtes Berufsleben gehabt..


    Ich habe in meinem Berufsleben immer die Erfahrung gemacht, wenn man paßt wird man eingestellt, auch mit nicht so guten Bewerbungsunterlagen und auch wenn die Anfordungen nicht zu 100% erfültl werden. Sehr oft zumindest. Personalgeschäft ist immer noch ein "Nasengeschäft"



    Zitat

    Ich stehe nämlich nächstes Jahr auch vor der Entscheidung mich auf eine passende Stelle zu bewerben, weil ich nichts passendes in meinem Unternehmen in Aussicht habe. Nur wer nimmt einen schon ohne Erfahrung?


    Wenn du dann den Meister hast:

    Öffentlicher Dienst (technischer Beamter, oder Werkdienst in der JVA), Deutsche Bahn, Fachlehrer


    Oder wenn es was ganz anderes sein soll Feldwebel im Fachdienst bei der Bw. Aber du mußt dir über die vielen Nachteile im Klaren sein, wenn die für ich tragbar sind bekommst du ein gutes Paket.


    Du hast ja dein Alter nicht verraten bzw. habe ich es überlesen. Ich würde an die FOS/BOS gehen Abi/Fachabi und dann Maschinenbau o.Ä. studieren. Wenn ich bisher eins bereue, dann ist es das das ich nie studiert habe bzw. nie Abitur gemacht habe.


    In meiner jetzigen Tätigkeit komme ich viel herum, und da ist es oft so, das man für höhere Posten meist nur mit einem Studium eine Chance hat.


    Lt. unserem Dozenten machen vijele bei Audi "am Band" den Meister und gehen dann jahrelang wieder zurück ans Band um dann irgendwann mal Teamsprecher zu werden und dann vielleicht irgendwann mal Meister zu werden. Irgendwann.

    IM Elektrotechnik Teilzeit (Samstag) Start November 2017 "Der Weg ist das Ziel!"