Welche Position nach dem Abschluss

  • Hallo zusammen,

    als ihr euren Meister begonnen habt, hattet ihr sicherlich definierte Gründe dafür.


    Welche Position wolltet ihr erhalten und in welcher seit ihr gelandet?



    Mein Ziel ist es, nicht mehr auf Montage fahren zu müssen. Ich liebte es und das Geld war sehr gut (viele Montagen im Ausland). Ich durfte in den fast 12 Jahren sehr viel sehen und erleben, gerade in Ländern wie China, Korea, Japan, Russland, Kanada, Türkei,......

    Doch mit Kind ist das auf Dauer nichts, besonders weil ich eventuell mal von meiner Eigentumswohnung auf ein Haus umsteigen möchte.


    Ziel ist es, später als Abteilungsleiter zu arbeiten, mein Chef würde passend in Rente gehen ?

    Doch die Zukunft wird mir den Weg weisen.

  • Hallo Renishaw,


    ich habe den Meister im Juli vergangenen jahres begonnen, zum Dezember wurde ich zum Abteilungsleiter befördert, habe selbst 2 Kinder und es ist echt hart denn man hat für fast nichts zeit auch nicht fürs Üben, dennoch ich komme aus der Logistik.


    Bei uns ist 1 Logistikmeister eingestellt und ist Teamleiter, aufstiegschancen sehe ich momentan für Ihn nicht, ich denke es gehört auch zu einer Beförderung etwas Glück und auch alles drum Herum.


    Der Meisterbrief alleine stellt noch keinen Schlüssel zur Beförderung.


    Gruß

    :ada:

    02/2018

  • Danke für die schnelle und ehrliche Antwort. Das der Brief kein Schlüssel ist, weiß ich. Bei uns wurden in den letzten Jahren keiner durch Leistung und Qualifikationen befördert, es läuft alles nach Bekanntschaften und Verwandschaften. Leider ist das so, doch die Stimmung und Ergebnisse zeigen die Probleme deutlich auf.


    Ich bin der erste, der offensiv an die Sache heran geht, doch ich bin seit 15 Jahren in dieser Firma und kenne jeden.


    Mein Leben lang habe ich nicht geschleimt oder versucht Vorteile zu ergaunern, Möglichkeiten hatte ich genug.


    Erfahrungen und den Charakter habe ich, doch es fehlen mir die nötigen Qualifikationen (bis auf zwei Vorarbeiter sind alles "einfache" Schlosser ohne erweiterte Qualifikationen).

    Ohne würde ich so einen Posten nie antreten wollen.


    Meine Firma ist sehr gut und wir bauen sehr gute Produkte, doch es hapert an allen Ecken und ich arbeite seit Jahren daran, die Abläufe und Kommunikationen zu verbessern.


    Doch als einfacher Mechatroniker ist das sehr anstrengend, da man kaum Befugnisse hat.


    Somit beschloss ich, die Sache selbst in die Hand zu nehmen und meine Vorgesetzten und mein Werksleiter unterstützen mich so gut es geht und waren sehr angetan von dem mutigen Schritt. Doch nun merken Sie endlich, was ich in den letzten Jahren geleistet habe, gerade auswärts.


    Fakt ist, falls ich den Meister schaffe, werde ich mir auch eine entsprechende Stelle suchen, ob bei uns oder woanders wird sich zeigen.


    Doch mit der Zeit ist das echt so eine Sache, doch vorher war ich nur auf Montagen und hatte quasi keine Zeit für Familie und Kind.

    So sehe ich meine Tochter wenigstens aufwachsen, nicht nur auf Fotos.


    Deswegen richte ich mir auch das Arbeitszimmer bei meinen Eltern ein. Denn ich bin kein Überflieger und muss alles mühsam erlernen, ohne wird es nicht funktionieren.

  • Meine Motivation damals war, dass ich von der Schichtarbeit wegkomme und mich weiterentwickeln kann.


    Was ich genau nach dem IMM + TBW für eine Vorstellung hatte ist eine sehr gute Frage. Mein damaliges Unternehmen war / ist ein reiner Produktionsstandort. Arbeitsvorbereitung und Fertigungsplanung war hier möglich. Konnte ein halbes Jahr rein schnuppern und habe festgestellt, dass mir das nicht gefällt. Zumindest in der damaligen Firma. Ich hatte versucht mich möglichst zu informieren welcher Job zu meinen Interessen und Stärken passt. Bin dann in der Projektleitung bei einem anderen Unternehmen gelandet. Job war toll, Unternehmen nicht. Da irgendwann Insolvenz drohte musste ich abspringen. Bin dann in der nähe bei einem kleinen Anlagenbauer fündig geworden. Verkauft wurde es mir als Betriebsleiter, jedoch entpuppte es sich bis jetzt eher als Werkstattmeister... das taugt mir gar nicht.


    Daher werde ich in kurzer Zeit wieder in ein großes Unternehmen wechseln und wieder in der Projektleitung tätig sein. Ich habe durch die vorherigen Erfahrung gelernt, dass ich auch auf so etwas wie 30 Tage Urlaub, Gleitzeit und ggf. Home Office achte. Kernarbeitszeit gibt's auch keine; dazu endlich wieder Kantine, unter 40 Stunden/Woche usw.. Vor allem toll, wenn es auch an die Familienplanung geht. Hab ich starre Zeiten, wird's kompliziert den Nachwuchs in den Kindergarten zu bringen und dergleichen.


    Ich hoffe jetzt eine gute Mischung für mich gefunden zu haben.

  • Das klingt sehr spannend, auch wenn es alles andere als leicht war.


    Doch du scheinst ehrgeizig und sehr visiert zu sein.

    Erfahrungen sammelt man, die kann man nicht aus Büchern lernen.


    Somit wünsche ich dir weiterhin viel Erfolg und immer daran denken, man macht alles für sich und seiner Familie.


    Das Privatleben muss passen, doch der Beruf uns fordern und irgendwie auch gefallen.

    Immerhin verbringen wir sehr viel Zeit mit dem Geld verdienen.


    Daumen hoch und am Ball bleiben.

  • Habe während meiner Meisterausbildung 2012 die Stelle Stellv.Abteilungsleiter bekommen!

    Abteilungsgröße 147 MA und 2014 dann als Abteilungsleiter!

    Seit diesem Jahr Produktionsleiter!

    Der Brief allein sagt natürlich nichts über die Führungsfähigkeit aus,ist aber aus meiner Sicht zwingend erforderlich bei Personalverantwortlichen!


    Gruß

  • Zu beginn meiner Ausbildung war ich als Schichtleiter tätig und habe dann kurz darauf eine Stelle als Bereichsleiter (Leitung von 5 Abteilungen) angeboten bekommen. Diese habe ich natürlich dankend angenommen. Mein Persönliches Ziel ist die Stelle des Produktionsleiters, dazu werde ich aber nach erfolgreicher Meisterausbildung den Technischen Betriebswirt anhängen müssen.

    :ada: Juli 2014 :BQ: November 2017 :HQ: Mai 2018



    :IM: Juli 2018

  • Mein lieber Freund, nicht schlecht dein Werdegang. Würde sagen der perfekte Weg, hast alles richtig gemacht. Was produziert ihr?Was für Leute stehen unter dir?

    Ich stimme dir zu 100% zu, nur weil Leute ihre Arbeit gut machen, heißt es nicht, dass Sie zur Führungskraft taugen. Ohne den entsprechenden Qualifikationen, dem Charakter und den Erfahrungen, die man über mehrere Jahre sammeln muss, ist das sehr schwierig, dem Posten gerecht zu werden.


    Ich weiß wovon ich spreche, kenne viele Betriebe durch mein Beruf.

  • Zu beginn meiner Ausbildung war ich als Schichtleiter tätig und habe dann kurz darauf eine Stelle als Bereichsleiter (Leitung von 5 Abteilungen) angeboten bekommen. Diese habe ich natürlich dankend angenommen. Mein Persönliches Ziel ist die Stelle des Produktionsleiters, dazu werde ich aber nach erfolgreicher Meisterausbildung den Technischen Betriebswirt anhängen müssen.

    Auch du hast deine Weg gemacht, Hut ab. Wie lange benötigt man für den Technischen Betriebswirt? Was kostet das ganze? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

  • Auch du hast deine Weg gemacht, Hut ab. Wie lange benötigt man für den Technischen Betriebswirt? Was kostet das ganze? Welche Voraussetzungen müssen erfüllt werden?

    Der TBW dauert nochmal 1,5 Jahre. Das geht und ist eine überschaubare Zeit. Kosten liegen sehr unterschiedlich von 3.300 - 5.000€ wird aber wieder über Bafög und KFW gefördert. Voraussetzung ist der Meister oder Techniker usw....

    :ada: Juli 2014 :BQ: November 2017 :HQ: Mai 2018



    :IM: Juli 2018

  • Der TBW dauert nochmal 1,5 Jahre. Das geht und ist eine überschaubare Zeit. Kosten liegen sehr unterschiedlich von 3.300 - 5.000€ wird aber wieder über Bafög und KFW gefördert. Voraussetzung ist der Meister oder Techniker usw....

    Das klingelt sehr interessant, mein Mentor hat mir das nahegelegt, doch erstmal den Meister schaffen. Die Ausbildung geht wohl sehr stark ins kaufmännische, mal sehen was die Zukunft für mich bereit hält.



    Der Meister wird 120% von mir fordern, gerade mit Frau und Kind.

  • Du wirkst sehr resolut und weißt worauf du dich einlässt, du packst das bestimmt :thumbup:

    Das wird sich in den nächsten Jahren zeigen. Reden kann jeder, doch ich gebe mein bestes.

    Es ist immer gut seine Schwächen zu kennen und dazu zu stehen, erleichtert vieles.

    Doch auch das musste ich erst erlernen.


    Danke dir :thumbup:

  • Hallo Renishaw.


    Meine Motivation war es in erster Linie in die Fußstapfen meiner Verwandtschaft zu treten. Meine beiden Großeltern waren jeweils Abteilungsleiter. Einer in der Produktion und einer in der Technik. Meine nächste Motivation war, dass ich was verändern will. Ich habe in meiner Firma lange zusehen müssen wie es nicht funktioniert. Die Vorgesetztenstellen sind nur durch Vetterleswirtschaft vergeben worden. Keiner hat eine Qualifikation wie man ein Team führt oder ähnliches und dementsprechend ist auch der Ablauf und ein Durcheinander im Betrieb.


    Ich bin zu meinem technischen Leiter gegangen und hab ihm von meinem Vorhaben berichtet. Leider stieß ich auf taube Ohren, denn getan hat sich nichts. Ich konnte mich weder auf die Worte meines technischen Leiters verlassen, noch auf die des Werksleiters. Unterstützen wollten sie weder im monetären noch in Zeitlichen. Da ich 3 Schichten gearbeitet habe, hatte ich jede dritte Woche (Frühschicht) Samstagsdienst. Mein Betrieb wollte dass ich jede Minute die ich im Geschäft verpasse unter der Woche länger arbeite. Zudem sollte ich einen Wartungsplan für die nächsten 2 Jahre erstellen wie ich meine Wartungsarbeiten zeitlich hinbekomme.


    Anfangen wollte ich im März 17. Doch durch die Trödelei meiner Firma musste ich den Termin auf September verschieben da ich kein OK bekommen habe. Anstatt in Karlsruhe (bin wohnhaft in Baden-Baden) habe ich den Unterricht jetzt in Mannheim, da ich dem Betrieb zeitlich entgegenkommen wollte (nur Samstags Unterricht), damit ich mein OK bekomme.


    Das Ende vom Lied war, dass ich im September ohne betriebliche Zusage in Mannheim angefangen habe und nicht mehr in diesem Unternehmen tätig bin. Ich habe aufgrund der mangelnden Unterstützung gekündigt und mir einen neuen Betrieb gesucht.


    Gruß

    :ada: 2017

  • Also ich mache den Meister weil ich mich Weiterentwickeln möchte :)

    Ich mag es neue Aufgaben zu bekommen und zu sehen wo meine Grenzen liegen.

    Zudem möchte ich im Anschluss auch noch den Technischen Betriebswirt machen wenn alles gut läuft =)

  • Wo ich deinen Bericht gelesen habe, hätte ich sagen können, den habe ich selbst erfasst, außer das wir keine Schicht haben.


    Meine Gründe sind genau die selben, es läuft einfach nicht und es herrscht so viel Potential was ausgeschöpft werden könnte,wobei wir uns Mitarbeiter entlasten könnten.

    Ich liebe unsere Maschinen, doch die Abläufe sind "Verbesserungswürdig" um es zu nett auszudrücken.

    Man hat 2 Möglichkeiten, man beugt sich dem ganzen und einem ist das egal oder man versucht es selbst in der Hand zu nehmen.

    Meckern alleine hilft nicht, also sich nicht unterkriegen lassen und geh deinen Weg.


    Viele Freunde habe ich in der Führungsebene nicht, doch Freunde suche ich dort auch nicht,da ich "schmeicheln" verachte.

    Man soll sich respektieren und vernünftig miteinander umgehen, doch Kumpelschaften empfinde ich in Führungsebenen als kontraproduktiv.


    Hilft mir mein Verhalten? Definitiv nicht, doch ich kann mit erhobenen Hauptes jeden Morgen stolz in den Spiegel schauen, da ich mich nicht verkaufe.


    Oft werde ich als Gefahr gesehen, da ich alles sehr direkt anspreche und nie etwas verkleide.


    Das wird nicht gerne gesehen, doch die Kunden auf meinen Montagen waren durchweg sehr angetan von meiner Art, wie ich meine Arbeiten erledige.

    Oft gingen Sie nicht mehr zum Baustellenleiter, sondern ausschließlich zu mir.


    Warum? Weil sie bei mir immer eine ehrliche Antwort erhalten haben und ich nie Ausreden gesucht habe.

    Weiß ich etwas nicht, stehe ich dazu und bringe es ausnahmslos in Erfahrung.


    Man muss seinen falschen Stolz überwinden, denn keiner kann alles wissen.


    Entscheidend ist meines Erachtens, dass man weiß wo Sachen stehen oder wer am besten helfen kann.


    Mich regen einfach Ausreden auf, dafür sind sich die meisten nicht zu schade.


    Was für mich spricht, ich unterscheide nicht zwischen Herkunft, Religion, Kulturen und Rang.

    Jedem Menschen begegne ich mit Respekt, doch ob der wieder erlischt, entscheidet nicht die Bildung oder die Position, sondern der Mensch mit seinem Können, der Leidenschaft, der Menschlichkeit und der Bereitschaft.




    Ein doofes Beispiel was ich gerne Anwende, wenn ich auf Probleme Hinweise, doch es kommt von mir ?



    Hat man am Arm eine Wunde, gibt es 3 Möglichkeit etwas dagegen zu tun.


    1. Die Wunde säubern, desinfizieren, die Ursache herausfinden und am Ende kontrollieren ob alles richtig heilt. Wenn nicht, weiter suchen.


    2. Diese Wunde säubern, eincremen, abdecken und hoffen das keine Infektion entsteht.


    3. Ein Universal-Pflaster anbringen, damit das Problem aus den Augen ist.


    Ich verwende grundsätzlich nur Punkt 1.


    Wenn Probleme auftauchen, muss man die Ursache analysieren und beseitigen, alles andere ist nicht fachgerecht.


    Dabei ist es egal, ob es technische, konstruktive, organisatorische oder menschliche Probleme sind. Der Ansatz ist immer der gleiche.


    Buechsenmacher, du wirst deinen Weg gehen. Wir haben beide keinen leichten gewählt, doch am Ende wird es Früchte tragen, davon bin ich überzeugt.


    Der leichteste Weg birgt selten das beste Ergebnis. Doch wir wissen alle, was am Ende zählt.

  • Also ich mache den Meister weil ich mich Weiterentwickeln möchte :)

    Ich mag es neue Aufgaben zu bekommen und zu sehen wo meine Grenzen liegen.

    Zudem möchte ich im Anschluss auch noch den Technischen Betriebswirt machen wenn alles gut läuft =)

    Hut ab, hast dir hohe Ziele gesetzt. Step by step, doch man muss sich Ziele setzen, das ist schon richtig.

  • amen:thumbup:

    :ada: 2017