Als Meister/Vorgesetzter in BR

  • Hallo Liebe Meister,


    und zwar wollte ich von euch erfahren, wenn ihr Meister wärt/seit.

    Würdet ihr es empfehlen, euch in den Betriebsrat wählen zu lassen?.


    Mein alter Vorgesetzter in meiner Ausbildubgsbude war halt Vorgesetzter und im Betriebsrat.

    Wenn iwas personelles anstand, hatte man quasi ,,null chance“ sich dort recht zu erkämpfen.

    Er hat es einfach ausgenutzt in dieser Position zu sein.


    Wie findet ihr das?


    Meine zweite Frage wäre, bei uns im Betrieb stehen bald neue Wahlen an.

    Ich würde mir das antun und mich aufstellen lassen zur Wahl.


    Jetzt die Frage:,, Ich habe keinerlei Betriebsrat Erfahrung, ist dies ein Nachteil oder kann man dies erlernen, wenn man noch nie mit sowas in Berührung gekommen ist?.“


    Es gibt natürlich Schulungen die man machen kann, aber man muss es auch verbal können oder?


    Ich danke euch;)

  • Ich würde das nicht machen.

    In welcher Position bist du aktuell, bist du Vorgesetzter?

    Wie viele BR Mitglieder gibt es, hätten deine Mitarbeiter die Möglichkeit bei missfallen einen anderen Ansprechpartner zu finden?



    Dein Ausbilder hat das "clever" gemacht, ob man diesen Weg auch gehen will muss man für sich selber entscheiden

    Unterm Strich finde ich es nicht angebracht als Vorgesetzter im BR zu sein und schon gar nicht um seine eigenen Interessen besser umsetzten zu können.


    Als BR kannst du dich schon mal drauf einstellen das du viel "Hirnstuhl" aus allen möglichen Richtungen bekommst.

    Man kann sich kaum vorstellen was für Probleme da so manche Mitarbeiter hat.

    Es hat sehr viel von Kindergärtner


    €;

    verbal ist nicht ganz unwichtig aber auch nicht irre wichtig. Viel Hintergrundwissen solltest du dir bei der Meisterschule ohnehin schon beigebracht haben.

    Was von besonderen Vorteil ist wenn man einen guten Draht zu Menschen hat, auf sie eingehen kann und die unterschiedlichsten Situationen nüchtern und unvoreingenommen betrachten kann.

  • Also...

    Ich bin derzeit nur Facharbeiter (federmacher).

    Meisterschule startet ab September.


    Ich dachte da auch eher an die Zukunft, mich aufstellen zu lassen. Aber Demografisch wird es denke ich darauf hinaus laufen das ich irgendeine Abteilung übernehmen werde nach dem Lehrgang.


    Ja es gibt derzeit 3 Mitglieder im BR und es werden wieder 3 sein. Sodass auch andere Ansprechpartner gibt.


    Der Kindergärtner ist derzeit unser Betriebsleiter der sich von der alten Fraktion im Betrieb ständiges rumheulen anhören muss.


    Unser BR Vorsitzender ist alles andere als Loyal. Er redet die Firma schlecht und alles was dort passiert ist scheisse.

    Er hat sogar selber bei der BG angerufen weil, es Messungen geben soll bezüglich des Feinstaub.


    Dieses Verhalten ist alles andere als BR würdig!! Allgemein ist sowas nicht zu dulden, aber keiner sagt was.


    Und ich bin noch nicht in der Position um zu delegieren oder Anweisungen zu geben.


    Das mit meinem alten Vorgesetzten war nur als Beispiel gedacht.


    Aber im Großen und ganzen sollte man als Vorgesetzter Abstand halten vom BR?


    Danke dir :)

  • Hallo,

    aus eigener Erfahrung, mach das nicht.

    Du kannst nicht BR und Abteilungsleiter sein. Die interessen kollidieren.

    Nach einer Amtsperiode mit vielen Anfeindungen und Stress habe ich mich für den Abteilungsleiter entschieden und so geführt, daß wir weder JAV noch BR in der Abteilung tätig hatten.

    Allerdings wirst Du in den Seminaren im Bereich Arbeitsrecht ganz schön fit gemacht.

    Gruß

  • In Sachen Arbeitsrecht wird man auch in der Meisterschule fit gemacht.

    Das ein BR Feinstaubmessungen anstrebt und haben möchte finde ich allerdings gut.

    Das sehe ich zu 100% genauso...er sorgt sich um die Gesundheit der Belegschaft und setzt sich für gute/gesunde Arbeitsbedingungen ein..

    Das nenn ich gute BR-arbeit.. :thumbup::!:


    Wünsche Euch ein schönes Wochenende...

  • Hallo,

    aus eigener Erfahrung, mach das nicht.

    Du kannst nicht BR und Abteilungsleiter sein. Die interessen kollidieren.

    Nach einer Amtsperiode mit vielen Anfeindungen und Stress habe ich mich für den Abteilungsleiter entschieden und so geführt, daß wir weder JAV noch BR in der Abteilung tätig hatten.

    Sehe ich genauso. Als Abteilungsleiter oder der gleichen sollte man natürlich immer auf seine Leute schauen und das es ihnen gut geht. Aber man ist auch ein Vertreter des Unternehmens. Ich denke die Karriereleiter verliert durch diesen Schritt als Vorgesetzter in den BR einzutreten ein paar sprossen. Man kann auch viele gute Dinge für die Belegschaft ohne BR machen. Zumindest ist das meiner Erfahrung.

    :ada: Juli 2014


    :BQ: November 2017

  • Also Kollegen,


    ich bekleide jetzt meine dritte Legislaturperiode als Betriebsobmann und bin seit drei Jahren als Meister tätig.

    Nach Rücksprache mit der Gewerkschaft wurde mir ein inoffizielles GO erteilt mit der Aussage "die Gesamtkonstellation würde es hergeben".

    Es liegt natürlich grundsätzlich an den örtlichen Gegebenheiten wie Betriebsgröße, Transparenz, Einstellungen der Geschäftsführung ect.

    D.h. wir sind ein kleiner Betrieb mit 18 Köpfen, katholisch geerdeten Geschäftsfüher und mich als Betriebsleiter der bereits seit 16 Jahren im Betrieb tätig ist, mit den Jungs durch dick und dünn gegangen bin.

    In einem Großkonzern mit sehr unpersönlichen Verhältnissen zu den jeweiligen Ebenen würde ich davon abraten

  • Erstmal danke für eure Feedbacks... :) echt klasse!!.


    Bis ich iwann Abteilungsleiter werden sollte, vergehen noch mindestens 2,5 Jahre bis ich den Meister bestanden hab.

    Unser Betrieb hat 55 Mitarbeiter und sie haben Angst das sie keinen Betriebsrat zusammen bekommen.

    Der bisherige besteht aus zwei alteingesessenen und ich wäre quasi der Nachwuchs.


    Aber ich denke ihr habt recht, wenn ich das Ziel anstrebe iwann Vorgesetzter zu werden wäre das im Betriebsrat zusein eher Kontraproduktiv.


    Wobei es bei uns eher locker abläuft was das angeht.


    😊🤘🏻

  • Hallo zusammen,


    ich selbst bin zwar nicht so erfahren im Thema BR-Arbeit, auch wenn ich in einem sehr großen Stahlunternehmen arbeite - jedoch ist meine Frau in der Situation die du beschreibst.


    Sie ist seit 12 Jahren BR und auch nun in ihre 4te Amtszeit gewählt worden. Zudem stellv. Vorsitzende, im GBR usw. Zeitgleich ist Sie aber auch Abteilungsleiterin und managt die Ausbildung in einem Unternehmen >200 AN.

    Klar gibt es auch mal Punkte, die sie als Vorgesetzte betreffen und die sie aufgrund dessen natürlich nicht behandeln kann. Aber es fand sich bisher immer noch eine Lösung, sodass einer der anderen 8 BRler sich um die Problematik kümmern konnte.


    Zum Thema "macht es Sinn ohne Vorwissen": Keine wurde allwissend geboren und wenn man auf etwas Bock hat, dann ist das schon die halbe Miete. Für alles weitere gibt es Seminare, Bücher und alte Hasen aus dem BR-Gremium.


    Also, wenn du dir das zutraust und wenn du das neben der Arbeit und der Meisterschule zeitlich schaffst ... dann nichts wie ran. :-)

    BQ im Nov. 2018 | HQ im Mai 2019

    :/8|8o:thumbup:

  • Guten Abend,

    wenn du wirklich in den BR willst kannst du das auch als Meister tun. Der Posten des Meisters zählt noch zur Arbeitnehmer Seite und stellt damit Rechtlich kein Problem da. Du kannst durch den BR Posten auch noch Vorteile bekommen und hast sehr viele Schulungen die dir noch mehr Wissen vermitteln.

    Dir sollte jedoch auch klar sein, das mit dem Posten eines BR je nach Gremium sehr viel Arbeit anfällt und man sehr viel Zeit investieren muss. Du wirst auch im Meister Kurs schon einiges über den BR lernen, was er kann was er darf, welche Fristen er hat.....

    Wenn ihr kein kleiner Betrieb mit nur einem Betriebsrat seit, kannst du dir zudem aussuchen welches BR Mitglied dein Anliegen vertritt und wenn du Ausschließt.

    Überlege dir also genau was du möchtest.

    :ada::HQ::BQ::IMM:

  • Danke dir Klamsi :)


    Ich werd sehen was passiert... Bei uns können momentan die Mitarbeiter ihre Vorschläge abgeben.

    Wenn ich dazu gehören sollte, also stimmen bekommen sollte.

    Kann ich ja immer noch nein sagen ;)


    Ich werde berichten!


    Danke euch

  • Okay dann läuft es bei euch schon etwas anders ab. Viele benutzen eigentlich eine Listen Wahl bzw. Personen Wahl. Bei einer Personen Wahl melden sich dann aber die Leute welche in den BR wollen von allein im BR Büro um sich auf die Wahlliste setzen zu lassen. Dort holt man sich dann auch gleich die Unterschrift vom Anwärter das dieser auch wirklich antreten möchte. (da weißt du noch nicht wer dich wählen würde)

    Bei der Listen Wahl hingegen müsstest du selbst eine Liste erstellen auf der Du und die Leute die mit in dem BR sein sollen drauf stehen. Diese dürften auch nur auf deiner Liste stehen! Dann müsstest du mit dieser Liste Stützunterschriften sammeln und auch diese wieder beim BR abgeben als deine Aufstellung.


    Aber ja halt uns auf dem laufenden.

    :ada::HQ::BQ::IMM:

  • Genau... so wie du es beschreibst. Das wird auch so gemacht.

    Es gibt eine Liste mit allen Wahlberechtigten die dann auch wählen können.

    Zusätzlich macht der Wahlvorstandshelfer es so, das die Mitarbeiter Vorschläge einreichen können.

    Danach kommt ja die richtige Wahl mit Urne usw.


    Jap ich halt euch auf dem Laufenden..;)

  • Jep das hat neu wahlen zur Folge.


    Ich werd sehen was sich entwickelt :).

    In unserem Betrieb finden das nur geil wenn man im BR ist, weil man dann Kündigungsschutz hat. Richtige Egoisten, aber ich werd abwarten und sehen.

  • Also ein Rücktritt eines einzelnen Betriebsratsmitgliedes hat nur dann eine Neuwahl zur Folge, wenn es keine Ersatzmitglieder gibt.


    Wichtig bei der Entscheidung, ob man sich zur BR-Wahl aufstellen lässt oder nicht sollte auch sein, was man im BR für die Mitarbeiter erreichen will. Ihr seid ein kleines Unternehmen. Wenn ihr mit Euren BR nicht zufrieden seid, müsst ihr euch zur Wahl stellen.


    Der Betriebsrat soll die Interessen der Belegschaft vertreten. Das sind nicht immer die Interessen des Einzelnen.


    Ich war bis vor kurzem Schichtleiterin und Betriebsrätin. Das ist nicht immer einfach und es gab auch Mitarbeiter, die gefragt haben, warum ich immer noch im Betriebsrat wäre. Aber es gab auch genügend Mitarbeiter die mich im BR haben wollten.


    Die Entscheidung muss jeder für sich treffen. Lernen, was man im BR wissen muss kann jeder. Da gibt es gute Seminare, neuerdings auch webbasierte. Ob die BR-Tätigkeit ein Hindernis für die Karriere ist, kommt auf die Firma an.

    :IMM:


    "Mit zunehmenden Alter wird man nicht klüger, man weiß nur, dass es die Anderen auch nicht sind....." (Sir Peter Ustinov)

  • Was mich noch interessieren würde.

    Als BR Mitglied ist man ja quasi Gegner der Gesxhöftsleitung.

    Was ist aber wenn man Pro Gesxhäftsloetung eingestellt ist und man auch dessen Interessen durchsetzen möchte?

    Gerade als Meister einer Abteilung wäre das ja dies der Fall?

    Ich denke da würde es Konflikte geben oder?

    Und ich meine ich bin 28 und habe ein sehr gutes Verhältnis zu unseren oberen Ebene.

    Ich hab etwas Angst das wenn ich mich aufstellen lasse, das kippen könnte.

  • Das ist so nicht ganz richtig.

    Als BR ist es deine Aufgabe dafür zu sorgen, das neben dem Wirtschaftlichen Erfolg die Mitarbeiter nicht zu kurz kommen. Es ist kein direktes gegen die Geschäftsleitung sein.

    Ja es wird bestimmte Punkte geben wo ihr dann unterschiedliche Meinungen habt und aneinander geraten werdet, ob das aber in Gegenseitigen Feindbildern endet hängt von den Einstellungen beider Seiten ab.

    Der BR soll nämlich eigentlich den Arbeitgeber unterstützen und eine Hilfe darstellen.

    :ada::HQ::BQ::IMM:

  • Arbeitgeber und Betriebsrat sollen konstruktiv zusammenarbeiten. Natürlich gibt es Reibungspunkte. Und diese durchaus auch innerhalb des Gremiums.;). Das ist auch gut so.

    Es ist nur positiv, wenn möglichst alle Bereiche vertreten sind. Man sollte als BRM immer die Belange der Belegschaft im Blick haben, dazu gehören fast alle im Unternehmen. Allen Recht getan ist eine Kunst, die niemand kann.


    Ganz ehrlich, ich habe mich als Vorgesetzte immer für meine Mitarbeiter eingesetzt. Ich hatte die Verantwortung und meinen Vorgesetzten gegenüber war ich diejenige, die den Kopf hingehalten hat. Niemals wäre ich auf die Idee gekommen, mich nicht vor meine Mannschaft zu stellen.

    Ich wurde damals sowohl von Kollegen wie auch von Vorgesetzten gebeten, mich aufstellen zu lassen und das war dieses Jahr ebenso der Fall.

    Was jedem bewusst sein sollte, ist das Betriebsratsarbeit viel Arbeit ist und ein Ehrenamt. Die Zeit wird zwar vergütet, allerdings opfert man trotzdem Freizeit.


    Aber jede Belegschaft hat es in der Hand, die richtigen Leute in den Betriebsrat zu wählen und wenn man meint,es besser zu können, muss man sich der Wahl stellen.

    :IMM:


    "Mit zunehmenden Alter wird man nicht klüger, man weiß nur, dass es die Anderen auch nicht sind....." (Sir Peter Ustinov)