Arbeitsanweisung mit Sanktion

  • Hallo zusammen,


    sollen bei uns im Betrieb neue Arbeitsanweisungen Unterschreiben. Bei einigen steht unteranderem drin das bei Missachtung die freiwilligen Sozialen Leistungen gekürzt oder geschtrichen werden. Wie zb das Urlaubs oder das Weihnachtsgeld.

    Darf so etwas da überhaupt drin stehen, und wie sieht das rechtlich aus wenn ich das Unterschreibe. Wäre das nicht auch eine Änderung des Arbeitsvertrages? Da die freiwilligen Leistungen ja jetzt mit Arbeitsanweisungen verknüpft werden.


    Würde mich freuen wenn sich jemand meldet!

    Vielen Dank!


    Grüße

    Industriemeister Metall :IMM:

  • Danke schon mal für die Antwort!

    Leider haben wir keinen Betriebsrat und Gewerkschaft sind wir auch nicht.

    Industriemeister Metall :IMM:

  • Kannst Du es begründen warum

    " Kürzung des Weihnachts-und / oder Urlaubsgeldes für einzelne Personen so nicht durch den AG durchsetzbar sein werden"


    Gruß

    Industriemeister Metall :IMM:

  • in wie weit ist das freiwillig definiert? Mein Ag zahlt auch einen freiwilligen Zuschlag den er jeder Zeit kürzen oder streichen kann.

    Weihnachts- und Urlaubsgeld ist oft nur ein anderer Ausdruck der Belegschaft für eine freiwillige Zulage des AG.


    Dass das in der Arbeitsanweisung drin steht finde ich zwar komisch (will man da Druck aufbauen und Probleme in den Griff bekommen?) aber nicht unmöglich. Der AG könnte die freiwillige Zulage auch so streichen, auch wenn da nichts von in der Arbeitsanweisung drin steht.


    Wichtig ist hier erst mal wie das freiwillig definiert ist

  • Er kann Sie aber nicht für Einzelne streichen sondern nur für Alle.


    "Freiwillige Leistung" ist auch relativ.

    Dem gegenüber steht die "betriebliche Übung".

    Wenn der AG über Jahre Weihnachtsgeld bezahlt hat, kann er es nicht grundlos streichen.

  • Welche Begründung hat denn dein Chef genannt warum das da drin steht?


    Unterschreiben würd ich das so erstmal nicht.

    Bist du Mitglied in einer Gewerkschaft?

    Würd dort oder bei einem Anwalt mir Rechtssicherheit holen.

    Wichtig ist, dass du weißt was Sache ist und dir kein X für ein U vorgemacht wird.

  • 2 Kollegen von mir waren heute bei dem drin und die haben mir das erzählt. Ich selber war noch nicht im Gespräch. Er holt sich die MA jetzt nach und nach zum MA-Gespäch rein, und dann soll man sich das durchlesen und Unterscheiben. Nur wenn er mich morgen rein holt und ich es auch Unterschreiben soll, werde ich es nicht machen. Zumindest die Arbeitsanweisungen mit den entsprechenden Sanktionen. In einer Gewerkschaft bin ich nicht. Ich sehe es auch so das es kein Mittel ist das bei Missachtung von Arbeitsanweisungen eingestzt werden sollte. Nur wenn ich es Unterschreibe bin ich ja in dem Moment damit Einverstanden...

    Und wenn da so eine Arbeitsanweisung kommt wie das dein Arbeitsplatz aufgeräumt und sauber sein soll dann sollte es da auch meiner Meinung nach klare Vorgaben geben. Da es immer verschiedene Ansichten geben wird kann mein Chef ja dann einfach die Leistung streichen und sagen hier haste es Unterschrieben.

    Industriemeister Metall :IMM:

  • Mittel bei Missachtung von Arbeitsanweisungen sind Ermahnung und Abmahnung.

    Streichung von Sonderzahlungen aber sicher nicht.


    In meinem Betrieb ist eine Abmahnung einhergehend mit einer Kürzung/ bis zur Streichung von Sonderzahlungen(Weihnachstgeld) .


    Grüße

    April 2016:ada: Mai 2017:BQ: Mai 2018:HQ: Juni 2018:IM:

    "Das Ziel bestimmt den Weg!"

  • Servus, der Arbeitgeber ist verpflichtet deine Weihnachts/Sozialleistungen weiter zu bezahlen, vorausgesetzt er hat die Zahlung mind . 3 Jahre in Folge getätigt , außer er hat schriftlich was anderes geschrieben wie Freiwillige Zahlung.


    Im Buch steht :


    Verhält sich ein Arbeitgeber über einen bestimmten Zeitraum immer gleich, beispielsweise indem er drei Jahre hintereinander ein Weihnachtsgeld in bestimmter Höhe zahlt, kann hieraus eine betriebliche Übung entstehen – sofern hierbei nicht jedes Mal explizit schriftlich betont wird, dass es sich um eine rein freiwillige Leistung handelt. Ebenjenes Prozedere ist dann dem Gewohnheitsrechtzuzuordnen, aus welchem resultiert, dass sich Beschäftigte auch in Zukunft auf die Zahlung berufen können.

  • 2 Kollegen von mir waren heute bei dem drin und die haben mir das erzählt. Ich selber war noch nicht im Gespräch. Er holt sich die MA jetzt nach und nach zum MA-Gespäch rein, und dann soll man sich das durchlesen und Unterscheiben. Nur wenn er mich morgen rein holt und ich es auch Unterschreiben soll, werde ich es nicht machen. Zumindest die Arbeitsanweisungen mit den entsprechenden Sanktionen. In einer Gewerkschaft bin ich nicht. Ich sehe es auch so das es kein Mittel ist das bei Missachtung von Arbeitsanweisungen eingestzt werden sollte. Nur wenn ich es Unterschreibe bin ich ja in dem Moment damit Einverstanden...

    Und wenn da so eine Arbeitsanweisung kommt wie das dein Arbeitsplatz aufgeräumt und sauber sein soll dann sollte es da auch meiner Meinung nach klare Vorgaben geben. Da es immer verschiedene Ansichten geben wird kann mein Chef ja dann einfach die Leistung streichen und sagen hier haste es Unterschrieben.

    Ich denke das du mit der Unterschrift nur die Kenntnisnahme bestatigst aber nicht die rechtliche Richtigkeit. Wenn ihr ein Kleinbetrieb seid unter 10MA ist es immer schwer für Angestellte ihr Recht zu wahren da es nur bedingt Kündigungsschutz gibt.

    ada.gif 10/2015


    :BQ:12/2016


    :HQ: 07/2018

    :IM: 07 /2018

  • Leg die Sache einem Arbeitsrechtler vor. Ob du unterschreibst oder nicht, spielt keine Rolle. Wenn du unterschreibst, unterschreibe unter Vorbehalt (auch so auf der Vorlage vermerken). Sollte sich es als rechtswidrig herausstellen, ist das ganze Ding sowie das Papier nicht wert, auf dem es steht.


    Grüße

  • Also rechtlich ist diese individuelle Kürzung der freiwilligen Leistung nicht haltbar.

    Aber Recht haben und Recht bekommen sind im wahren Leben manchmal zwei Paar Schuhe, besonders bei kleinen Unternehmen.


    Du solltest Dir Gedanken machen ob diese Arbeitsanweisung für Dich sinnvoll ist und ob Du mit den Konsequenzen leben kannst.

    Wenn nicht solltest Du Dich nach einem anderen Betrieb umschauen.

    Wenn Dich Dein Arbeitgeber gängeln will wird er auch nicht mit der Wimper zucken um Dich zu entlassen und wenn es nur als Exempel für die anderen ist.


  • Hast du eine rechtliche Grundlage dafür, damit das nicht haltbar ist mit den individuellen Kürzungen bei Fehlverhalten?


    Grüße

    April 2016:ada: Mai 2017:BQ: Mai 2018:HQ: Juni 2018:IM:

    "Das Ziel bestimmt den Weg!"

  • Hallo zusammen,


    wollte mich noch einmal bedanken für die vielen Beiträge!

    Mich hat er bis jetzt noch nicht zum Gespräch rein geholt. Vielleicht mal wieder etwas zu viel Wind gemacht... Mal abwarten.


    Viele Grüße und eine gute Woche!!!

    Industriemeister Metall :IMM: