Bewertungsgrundlage für übertarifliche Entlohnung

  • Hallo!

    Wir haben bei uns im Betrieb momentan eine Situation das bestimmte Mitarbeiter mehr Geld bekommen als andere für die gleiche Tätigkeit. Das ganze kam vor ca. 3 Jahren vom Chef selbst mit der Begründung das gewisse Maschinen schneller laufen. Also habe die Mitarbeiter an diesen Maschinen mehr Geld bekommen. Andere Mitarbeiter die die gleiche Tätigkeit ausführen aber aufgrund von Artikelvielfalt nicht auf diese Geschwindigkeiten kommen, bekommen das Geld nicht. Was nicht in Ordnung ist aber den Chef nicht gestört hat.

    Nun hat sich einiges hinsichtlich der Arbeitsmoral einiger Mitarbeiter geändert und der Chef möchte das Geld nicht mehr allen bezahlen (er kann es jederzeit ohne Grund wieder abziehen).

    Nun gibt es aber durchaus Mitarbeiter die es verdient haben mehr zu verdienen. Sei es wegen der Leistung oder aber auch der Erfahrung.

    Nun wird nach einem Modell gesucht um das Problem zu lösen. Evtl. ein Mitarbeiterbewertungssystem oder ähnliches. Nun würde ich gerne wissen wie so etwas in anderen Betrieben gelöst wird. Auch sind verschiedene Bewertungssysteme interessant. Die IHK Lehrbücher sowie Google habe ich schon durchsucht. Aber mir ist ein Erfahrungsaustausch lieber.

    Also, wie wird das bei euch geregelt?

  • Erstmal finde ich es interessant das der Mitarbeit mehr Geld bekommt, weil die Maschine schneller läuft. Ist das der Verdienst des Mitarbeiters das die Maschine schneller läuft? Die anderen Mitarbeit mit mehr Produktvielfalt können dafür ja nichts. Man kann das natürlich über die Produktivietät machen, dann sollte man aber für gleiche Chancen sorgen. Es gibt ja viele Möglichkeiten zum Beurteilen einer Leistung und so könnte man auch den Verdienst bestimmen. z.B. ERA

    Der Chef kann das Gelhalt kürzen? Also bezahlt er es über Prämien?

    :ada: Juli 2014 :BQ: November 2017 :HQ: Mai 2018



    :IM: Juli 2018

  • Moment mal! Der Titel besagt "übertariflich", in der Frage lese ich nichts von Tarifvertrag. Was liegt denn nun vor?


    Im Tarifmantel kann man nicht frei nach Gusto mit den Löhnen spielen. Da gibt es Entgeltgruppen, normal und mit zusatz.


    Wie ist es bei euch geregelt?

    Habt ihr einen Betriebsrat?

    Wieviele Mitarbeiter?

    Welches Bundesland?

    Gruß checksum


    :BQ: (2015):ada::HQ: >>>:IMM: (2017)

  • Es geht doch nicht darum wie betlzahlt wird. Wollte damit nur kurz den Hintergrund erläutern. Aber zur Beruhigung...ja, es gibt einen Tarifvertrag sowie einen Betriebsrat. Der Lohn der gezahlt wird ist vertraglich geregelt und wird als Zuschlag auf den tariflichen Lohn gezahlt. Die Sache war alleinige Idee vom Chef. Mehr muss man dazu nicht wissen.

    Mir geht es um ein Bewertungssystem. Was es gibt und wie es in anderen Betrieben gemacht wird.

  • Also ist das eine freiwillige Prämie? Sowas haben wir auch, es wird auf eine Gewinnbeteiligung verzichtet, und dafür gibt's pauschal 10% Prämie aufs Brutto jeden Monat.


    Das wurde früher mal über Jahresendgespräche und eine Bewertung ermittelt, jedoch aufgrund von zuviel Bürokratie vereinfacht.


    Bewertung muss mit dem Betriebsrat besprochen werden. Ihr müsst Kriterien festlegen, und diese dann mit einem Schlüssel versehen, dann bleibt es auch fair und transparent bei den Prämien.

    Es gibt da bestimmt einige Vorlagen im Netz, auf denen ihr euch orientieren könnt.

    Gruß checksum


    :BQ: (2015):ada::HQ: >>>:IMM: (2017)

  • Jedes Bewertungsmodell in Kombination mit Geldanerkennung führt dazu, dass sich das Arbeitsklima verschlechtert sofern es nicht absolut auf objektive Kriterien zurückzuführen ist. Und das ist nur in seltenen Szenarien möglich.

    Meist ist das Prinzip gleiches Geld für gleiche Arbeit das weitaus bessere.

    tz22

  • Ein Akkordmodell wäre vielleicht noch interessant, aber das klappt nur bei stetiger Produktion und voller Auslastung der Maschinen.


    Gib uns mal bitte etwas mehr Informationen. Um was für Arbeiten handelt es sich?

    Gruß checksum


    :BQ: (2015):ada::HQ: >>>:IMM: (2017)

  • Ein Akkordmodell wäre vielleicht noch interessant, aber das klappt nur bei stetiger Produktion und voller Auslastung der Maschinen.


    Gib uns mal bitte etwas mehr Informationen. Um was für Arbeiten handelt es sich?

    Ein Akkordmodell ist nur Sinnvoll wenn die Leistung auch vom Mitarbeiter beeinflusst werden kann oder abhängig ist. Halte ich bei einer tätigkeit mit Maschinen (je nachdem was für Maschinen) für nicht geeignet. Im Montagebereich ja, aber es wird immer die Qualität darunter leiden.

    :ada: Juli 2014 :BQ: November 2017 :HQ: Mai 2018



    :IM: Juli 2018

  • Bei uns fusst die Bezahlung der einzelnen Arbeitsplätze/-techniken auf ein Klassifizierungssystem in welchem im Detail Punkte vergeben werden aus deren Summe dann eine Lohngruppe zugeteilt wird.
    Hier spielen Sachen eine Rolle wie die Verantwortung, spezielle Kenntnise wie CNC oder auch chemisches Fachwissen. Jenachdem was halt notwendig ist um die Arbeit am jeweiligen Arbeitsplatz ordentlich auszuführen.


    Klingt in der Theorie fair aber auch hier kann man es nie allen Recht machen.....beim Thema Geld fühlt sich einer immer ungerecht behandelt. Um Vorschläge für dein Problem zu unterbreiten müsste man aber tatsächlich mehr Infos haben was bei euch so anfällt.

    Ich persönlich würde immer ein System wählen wo im regelmäßigem Personalgespräch mit dem Mitarbeiter zusammen erörtert wird was er geleistet hat und was er verdient hat. Denke die Mehrzahl kann sich sehr gut selbst einschätzen. Falls dies dann doch abweicht mit der Meinung des Meisters kann man es wenigstens erklären und Zielvereinbarungen treffen um sich meinungstechnisch beim nächsten Gespräch anzunähern. Das bedarf aber sehr viel Zeit welche nur wenige Meister haben bzw. bekommen.


    Grüße

    April 2016:ada: Mai 2017:BQ: Mai 2018:HQ: Juni 2018:IM:

    "Das Ziel bestimmt den Weg!"

  • Im Endeffekt ist es doch immer so, das man es niemanden Recht machen kann. Deswegen soll ja grundsätzlich auch nicht offen über das Gehalt gesprochen werden. Jeder denkt er ist der beste oder er hätte mehr verdient als der andere. Andere wiederrum können sehr gut überzeugen im Gehaltsgespräch.
    Ebenfalls ist das Problem das die Führungskräfte, die am Ende die Bewertung schreiben, oft nicht ausreichend geschult sind alles Objektiv zu sehen (Beispiel ein normaler MA wird Teamleiter, seine alten Mitarbeiter und vielleicht guten Freunde werden wahrscheinlich immer etwas bevorzugt, wenn auch nur unbewusst).


    Meiner Meinung nach hat jemand eine Gehaltserhöhung verdient, wenn er eben mehr macht als nur "zu arbeiten". Z.B. Qualität erhöhen, Durchlaufzeit verniedrigen, Checklisten erstellen damit immer alles gleich ist, Teststände entwickeln um z.B. mehrere Schnittstellen testen zu können. Sorry für die Beispiele, komme aus dem Elektronik Bereich.

    Die anderen Mitarbeiter machen halt eben nur ihre Arbeit, nicht mehr und nicht weniger. Die beschweren sich dann aber auch meistens darüber, dass andere mehr verdienen...

  • Die anderen Mitarbeiter machen halt eben nur ihre Arbeit, nicht mehr und nicht weniger. Die beschweren sich dann aber auch meistens darüber, dass andere mehr verdienen...

    Es kann nicht immer nur die Überflieger geben, denn die muss ich mit immer neuen höherqualifizierten Aufgaben versorgen, sonst wenden sie sich ab und verlassen das Unternehmen. (persönlicher Weg von mir)

    Man muss auch an seine "normale" Belegschaft denken, sie pflegen und immerwieder (durch Geld) motivieren - (salopp gesagt)dann halten sie den Mund und machen ihr Zeug weiterhin. Wie sagt man so schön: wenn gemault wird ist alles in Ordnung, erst wenn Schweigen eintritt sollte man auf der Hut sein und Fragen stellen.


    Finde das Modell von Frank88 auch passend. Arbeitsplätze klassifizieren, und eine Art "Haustarif" erstellen. Es ist natürlich schwierig den MA nicht vor den Kopf zu stoßen - a la "deine Arbeit ist jetzt nichts mehr wert"... goldene Mitte suchen. Besonders schwierige Handarbeitsplätze benötigen vielleicht mehr Konzentrationsvermögen als stumpfes Maschinefüttern, sowas sollte man honorieren. Wenn man das Ganze noch mit Rotationsprinzip versieht, kann es eine gewisse Ausgeglichenheit geben. Erfordert aber viel Verhandlungsgeschick, Menschenkenntnis, und jede Menge Mut.

    Gruß checksum


    :BQ: (2015):ada::HQ: >>>:IMM: (2017)