Verkürzung der HQ-Prüfung für den Industriemeister Chemie

  • Hallo Liebe Leute,


    ich mache zur Zeit den Industriemeister Chemie auf Abendschule und bin berufstätig. Mein Meisterkurs endet nächstes Jahr im Oktober 2020.

    Da wäre theoretisch die HQ-Prüfung. Jedoch kann ich solange nicht warten und habe schon alles in die Wege geleitet, damit ich dieses Jahr (Oktober) bei

    einer anderen Kammer geprüft werden kann.


    In 4.5 Monaten muss ich mir somit fast alles selber beibringen. Wollte euch daher mal um Rat beten. Reicht es nur mit alten Prüfungen zu lernen ?

    Habt ihr vielleicht Lernskripte, die ihr mir empfehlen könnt? Vielleicht kennt der ein oder andere einen kleinen Vorbereitungskurs von ein paar Wochen?


    Ich wäre wirklich für jeden Tipp dankbar. Am besten wäre es, wenn es einen Leitpfaden gibt und mir jmd. sagt, rechne die Aufgaben ließ die Bücher 3 mal und du packst das.


    Vielen Dank für jegliche Hilfe im voraus.


    Grüße von Maik :)


  • Hallo Maik,

    ich würde dir raten alle alten Prüfungen von 2008 ca,. bis 2018 jetzt durch zu gehen , das reicht dann!Habe gestern mein Fachgespräch gehabt und bin durch.

    Wenn du was brauchst und mehr Info , dann meld dich per PN ok? kann dir auch Info`s von meiner HQ-Prüfung geben, die ich in diesem März geschrieben habe!


    lg Daoud

  • Was hast du denn für beruflichen Hintergrund?


    Ich beginne in 2 Wochen mit dem Unterricht zur HQ als Fernkurs und hab ganz schön Respekt davor. Hab in dem Sinne als Laborant schlechte Vorkenntnisse und kaum Bezug. (Hab schon einmal in die IHK Textbände geschnüffelt und eine Prüfung betrachtet =O)

    Fernkurs IM Chemie Start 10/18 - BQ 03/19 - HQ 10/20 - AdA noch nicht begonnen

  • Hi Maik,


    erst mal vorweg: Respekt vor diesem Vorhaben! Halte durch!


    Ich wuerde mich der Empfehlung von Daoud anschliessen - gehe so viele alte Prüfungen durch wie du kannst und nimm dir zeit alle fragen, wo du Probleme hast, gründlich zu recherchieren und in das betroffene Thema einzulesen. So bekommst du dann nicht nur die Antwort auf die Frage sondern auch nich das "drumherum" mit. So sah meine Prüfungsvorbereitung auch aus.


    nichts gegen die ganzen Kollegen hier, aber mit selbst angefertigten Skripten von anderen wäre ich persönlich vorsichtig, da hier oft "die persönliche Note" mit einfliesst, Sachen die schon im Kopf sind weggelassen bzw. anders als von dir gebraucht dargestellt werden, oder einfach fehlerhaft sind. Habe leider diese Erfahrung auch gemacht und mich dann nur an den Prüfungen und entsprechendes Studium gehalten.


    Hoffe das hilft dir etwas weiter.

    Auf jeden fall wünsch ich viel Kraft und erfolg - wird ne harte zeit!

    FJ 2013 ==> H 2013 ==> FJ 2014

    :BQ:     :ada:     :HQ:

    :IM:

  • Ich würde von diesem Vorgehen eher abraten, gerade, wenn du dir selbst deine Zeit beschneidest.


    Ich gebe mal eine Frage zu bedenken:


    Was kannst du rein fachtheoretisch und anwendungsbezogen, wenn du lediglich mit alten Prüfungen lernst?


    Das könnte dir später im Beruf wirklich böse auf die Füße fallen.

  • In 4.5 Monaten muss ich mir somit fast alles selber beibringen. Wollte euch daher mal um Rat beten. Reicht es nur mit alten Prüfungen zu lernen ?

    Klare Antwort: Ja. Habe es selbst gemacht und es war auch nicht wirklich stressig. Kommt zwar immer auf deine spezifischen HQ an aber wenn du von der Ausbildung noch recht fit bist sollte dir das recht leicht fallen.

    Was kannst du rein fachtheoretisch und anwendungsbezogen, wenn du lediglich mit alten Prüfungen lernst?

    Da kommt mir doch glatt eine weitere Frage in den Sinn:

    Was kannst du rein fachtheoretisch und anwendungsbezogen, wenn du jedes Skript auswendig kannst und jede Schulstunde besucht hast?


    Der Meisterkurs hat meiner Ansicht nach sehr wenig mit der echten Befähigung zu tun, fachlich und vor allem sozial gut aufgestellt zu sein. Ein Meister mit 4er kann weit bessers ein als ein Meister der den tollen Staatspreis erhielt.

    Ich darf das sagen, da ich notenmäßig immer deutlich über den Durchschnitt war.

  • Ich antworte dir gern mit einem Vergleich, der deine Gegenfrage überflüssig erscheinen lassen wird. Ich habe nämlich nicht gesagt, dass man nur mit Lehrbüchern lernen soll.


    Wenn jemand nur mit alten Prüfungen lernt, den fachtheoretischen Teil und somit das Hintergrundwissen nicht hat, hat er am Ende einer ggf. erfolgreichen Fortbildung was genau erreicht? Er hat bestanden, hat aber kein nachhaltiges Wissen erworben.


    Bolemielernen mag zum Bestehen genügen, im Job fällst du damit auf die Nase. Nämlich spätestens dann, wenn der Azubi dir eine Fachfrage stellt und du dann blöd aus der Wäsche guckst, weil du keine Antwort parat hast.


    Die Mischung aus allem macht den Lernerfolg aus, gewiss jedoch nicht nur Klausuren zu üben.


    Anschließend dazu: DAS ist garantiert nicht die Zielsetzung solcher Fortbildungen.


    Grüße

  • Bolemielernen mag zum Bestehen genügen, im Job fällst du damit auf die Nase.

    Diese Pauschaulaussagen sind doch schwachsinnig. Oft hat der Stoff vom Meister null mit dem Arbeitsalltag zu tun. Deshalb kann man die Lehrbücher schnell mal in die Tonne treten. Ein Azubi wird auch Praxisfragen stellen, nicht das Lehrbuchgeschwafel. Ehrlich gesagt würde ich sogar sagen, dass der Stoff in den seltensten Fällen sinnvoll ist.


    Anschließend dazu: DAS ist garantiert nicht die Zielsetzung solcher Fortbildungen.

    Man wächst nicht in einer Fortbildung sondern in der Praxis.

  • Sehr sachlich im Übrigen ("schwachsinnig").


    Wenn du dir aber in der Fortbildung nicht genug Wissen aneignest, dann kannst du in der Praxis daran auch nicht wachsen. Ohne Dünger kein Wachstum. Ich hoffe, das leuchtet ein.


    Insofern verstehst du leider immer noch nicht, worauf ich hinaus wollte. Lehrbücher allein genügen natürlich nicht (das schreibe ich nun direkt oder indirekt zum dritten Mal). Leider.


    Zu der Aussage, dass der größte Teil des Stoffes unsinnig ist, äußere ich mich jetzt mal nicht. Da fehlt wohl viel zum Verständnis, was an dem Lehrgang wichtig ist/war.


    Ist aber dann auch müßig, weiter zu diskutieren.


    Alles Gute für deinen weiteren Werdegang (ganz ehrlich!!!). Du wirst es brauchen!

  • Sehr sachlich im Übrigen ("schwachsinnig").

    Entschuldige, sollte kein persönlicher Angriff sein.


    Fortbildung nicht genug Wissen aneignest, dann kannst du in der Praxis daran auch nicht wachsen.

    Was aber wenn die Fortbildung für den Berufsweg zwar notwendig aber fachlich sinnlos ist? Mir kann niemand erzählen, dass er jemals in seinen Berufsalltag erläutern musste, welche 3 Hauptfaktoren und 3 Nebenfaktoren ein Klebestift erfüllen sollte.

    Da fehlt wohl viel zum Verständnis, was an dem Lehrgang wichtig ist/war.

    Bin bereit es zu verstehen, nur gibt es eben genug Praxisbeispiele wie oben genannt. Fortbildung notwendig aber fachlich falsch.

  • Eine Fortbildung ist niemals fachlich sinnlos, es sei denn, man weiß schon alles.


    Allein all das Wissen in den Bereichen Führung und Personal sowie Zusammenarbeit im Betrieb ist essentiell für die Arbeit als Meister.


    Einfach drauf los zu führen wird IMMER in die Hose gehen.


    Sicher gibt es überall Dinge, die einem sinnlos erscheinen. Aber eine komplette Fortbildung so zu stigmatisieren, wird der Sache bei Weitem nicht gerecht.


    Wenn es um Menschenführung und Menschenbeurteilungen geht, dann nützt dir das Wissen des Meisters enorm viel. Dass derjenige fachlich etwas drauf haben muss (Technik, NTG, MIKP, BWL, Recht) ist ebenso unabdingbar und daher zu prüfen.


    Da kommen dann nämlich fachliche Dinge im Berufsalltag vor, die man können sollte (Arbeitsrecht, Azubis anleiten, usw.). Daher teile ich die Aussage nicht, dass der größte Teil unsinnig ist. Es sagt ja niemand, dass Fragestellungen der Prüfungen oder des Lehrgangs 1-zu-1 im Alltag drankommen.


    Es wäre auch sehr naiv, so etwas zu denken.