Wiedereinstieg nach Krankheit

  • Hallo,


    folgende Situation spielt sich gerade bei mir auf der Arbeit ab:


    Einem Meister im 3 Schicht Betrieb wurde im Januar 2018 Krebs Diagnostiziert.


    Daraufhin erhielten 3 Personen eine Anpassung ihres Vertrages und rutschten in der Hierarchie einen Platz weiter (mit der Bemerkung das es wieder zurück geht, Sobald Person A wieder einsatzfähig ist). Da es etwas kompliziert werden könnte, gebe ich den Personen Namen:


    Kranker Meister -> Person A (63J)

    Vertretung für Person A -> Person B (29J)

    Vertretung für Person B -> Person C (37J)

    Vertretung für Person C -> Person D (22J)


    Jetzt Folgende Situation:


    Person A wurde geheilt und ist wieder Bereit zu arbeiten. Auf eine Wiedereingliederung wurde auf Wunsch von Person A verzichtet.

    Da Person A jetzt eine 100%ige Behinderung hat, darf er (vom Arzt aus) keine dauerhafte Schicht mehr arbeiten (vor der Erkrankung wurde wochenweise Frühschicht/Nachtschicht/Spätschicht gearbeitet).


    Wie man jetzt unschwer erkennen kann, ist Person A nicht mehr in der Lage seinen vorherigen Job auszuführen da Person A keine Schicht mehr arbeiten darf.


    Jetzt kommt Person E ins Spiel:


    Person E ist Meister im Tagschicht Betrieb und kümmert sich neben dem Tagesgeschäft auch im Projekte und die Personal Planung. Außerdem Übernimmt Person E die Vertretung für die 3 Meister im 3 Schichtbetrieb.


    Da aber Person A ein Recht auf ihren alten Job hat, diesen aber nicht mehr ausführen kann, hat der Betriebsrat über den Kopf des Abteilungsleiters entschieden das Person A den Job von Person E bekommt und Person E die Personal Planung / Projekte ablegen muss und von dem Tagschicht Betrieb in den 3 Schicht Betrieb wechseln muss. Die andere Konsequenz ist, das Person B C und D auch wieder auf ihre alte Position müssen.


    Ist das Rechtens? Kann man einer unbeteiligten Person einen Job wegnehmen und einfach in die Schicht stecken (und extrem benachteiligen), nur damit eine andere Person möglichst ihren alten Job wiederbekommt (mit dem Bonus der Personal Planung / Projekte / keine Schichtarbeit mehr)?


    Liebe Grüße

    2 Mal editiert, zuletzt von Timbuh ()

  • Erst einmal eine eingehende Bemerkung:

    Der Betriebsrat hat "Mitbestimmungsrecht" kein Entscheidungsrecht, aber...

    ...ich sehe an deiner Beschreibung, das die Firma zu einigen Mitarbeitern größtes Vertrauen hat und auch auf die Situation der Abgeltungszahlung für nicht beschäftigte Behinderte im Auge behält.

    Ob nun der Wechsel in die Schicht als "Benachteiligung" empfunden wird, liegt im Ermessen des Betroffenen.

    Über Recht oder Unrecht kann man nur diskutieren, wenn man die Regulierung der Arbeitszeit im Arbeitsvertrag abgleicht, ich glaube aber kaum, daß die "Tagschicht" dort ganz klar definiert ist.

    Weiterhin gibt es heutzutage auch noch eine weitere sehr interessante Klausel im AV: "Der AG behält sich vor, den AN entsprechend seiner Kompetenzen im Unternehmen anderweitig einzusetzen."

    Klingt gut? Ein Tip für dich, wenn du selbst nicht betroffen bist, dann versuche auch nicht anderer Leute Eisen aus dem Feuer zu ziehen.;)

    :IM: Juli 2018

  • Vielen Dank für die Antwort.


    Das der Betriebsrat das nicht alleine entscheiden kann ist klar.


    Für den betroffenen ist es ganz klar ein Nachteil, da er nicht in die Schicht möchte.


    Das mit der Klausel musst du mir nochmal genauer erklären. Soviel ich weiß, gibt es diese Klausel auch bei meinem AG. Hast du die Klausel auf Person A bezogen und die Firma kann ihn anders einsetzen? Oder wird er da durch seine Behinderung geschützt?


    Lg

  • Ich glaube seine Klausel bezog sich auf Person E. Der will zwar nicht wechseln, aber der AG kann es anordnen.

    Das habe ich befürchtet. Gibt es keine Möglichkeit für den AG aus so etwas rauszukommen, wenn man es gar nicht möchte?

    Müssen 5 Personen darunter Leiden, weil einer der 2 Jahre vor der Rente ist sich einen Job eines anderen Geiern will?

  • Bei euch scheint ja ein super Betriebsklima zu sein 😂 Ich kann nur von meiner Arbeitsstelle berichten, dass sich in solchen Fällen zusammen gesetzt wird und gemeinsam nach einer Lösung gesucht wird. Kenn es nur so, dass bei solchen Fällen Krebs oder ähnliches auch wir Mitarbeiter untereinander so menschlich sind und auch vielleicht mal dann für 2 Jahre Wechselschicht machen.


    Wie bei allen Sachen im Leben. Nur wer Redet dem kann geholfen werden. Beste Lösung ist sich mit Betriebsrat, Betriebsleiter und Personalabteilung gemeinsam ne Lösung suchen.

  • Bei euch scheint ja ein super Betriebsklima zu sein 😂 Ich kann nur von meiner Arbeitsstelle berichten, dass sich in solchen Fällen zusammen gesetzt wird und gemeinsam nach einer Lösung gesucht wird. Kenn es nur so, dass bei solchen Fällen Krebs oder ähnliches auch wir Mitarbeiter untereinander so menschlich sind und auch vielleicht mal dann für 2 Jahre Wechselschicht machen.


    Wie bei allen Sachen im Leben. Nur wer Redet dem kann geholfen werden. Beste Lösung ist sich mit Betriebsrat, Betriebsleiter und Personalabteilung gemeinsam ne Lösung suchen.

    Danke für dein Feedback...offen...ehrlich...und genau darum geht es, wir leben in einer Gesellschaft, in der der Egoismus immer mehr Oberhand gewinnt!

    Es gibt Entscheidungen, welche emotional oder auch sachlich entschieden werden, aber Fakt ist, sie sind nicht für jeden (leideeeeeeer!) plausibel.

    Dies liegt aber zum Glück an der Individualität des Menschen. Jede Entscheidung, egal ob von anderen, besser aber von sich selbst entschieden, führt zum Fortschritt, und genau darum geht es!

    Man hat Ziele, es hilft nix, sich an Fehlentscheidungen festzuhalten und darüber zu motzen, jede Entscheidung hilft euch eine Entscheidung für euch selbst zu treffen, damit ihr euch weiter entwickelt! Darum traut euch, je früher um so besser! Ihr wollt euch entwickeln! Wenn dies nur Einer von Einhundert versteht, habe ich erreicht, was ich wollte! Es gibt genügend Leute, die sich des Geldes/ Wohlstandes weiterentwickeln, aber am Ende geht es um nichts anderes als Zeit, Zeit die einem bleibt ,um seine Spuren im Leben zu hinterlassen und seinen Frieden zu finden! Und noch einmal DAAAANKE für das Teilen deiner persönlichen Erfahrung!

    :IM: Juli 2018

  • Zitat

    Müssen 5 Personen darunter Leiden, weil einer der 2 Jahre vor der Rente ist sich einen Job eines anderen Geiern will?


    Der Mann hat eine Krebserkrankung überlebt und ist sogar bereit noch zu arbeiten. Meinst du der hat sich den Krebs gewünscht, nur damit er nicht mehr schichten muss? Das glaube ich eher weniger. Finde es schon etwas dreist, wenn man davon "geiern" redet. Dein Kollege hat, nach deiner Aussage, eine 100% Behinderung und für ihn ist nichts mehr wie vorher. Da wird es ihn herzlich wenig interessieren, das er jetzt Tagschicht arbeiten darf/muss.


    Zitat

    Gibt es keine Möglichkeit für den AG aus so etwas rauszukommen, wenn man es gar nicht möchte?

    Ja, das nennt sich Kündigung.

    Man könnte auch mit allen reden und eine andere Lösung finden. Ob die anderen vielleicht bereit sind die Position in der Schicht von E tauschen wollen.

    :ada:03/18, :BQ:11/18

  • Der Mann hat eine Krebserkrankung überlebt und ist sogar bereit noch zu arbeiten. Meinst du der hat sich den Krebs gewünscht, nur damit er nicht mehr schichten muss? Das glaube ich eher weniger. Finde es schon etwas dreist, wenn man davon "geiern" redet. Dein Kollege hat, nach deiner Aussage, eine 100% Behinderung und für ihn ist nichts mehr wie vorher. Da wird es ihn herzlich wenig interessieren, das er jetzt Tagschicht arbeiten darf/muss.

    Du kennst die Situation ausenrum nicht. Ich habe versucht die persönlichen diskrepanzen der Personen außen vor zulassen. Das Problem bei der Sache, ist das Person A und Person E sich nicht verstehen. Person A war vor der Krankheit auf den Job aus und hat mehrmals über Person E gelässtert und versucht ihn schlecht zu machen.


    Er kam am ersten Tag nach der Krankheit in die Firma und hat direkt davon gesprochen dass das ja alles garkein Problem ist und es so gemacht wird.

    Jetzt verstehst du vielleicht etwas besser die Situation.

  • Dennoch kann man da nun nicht von "geiern" sprechen. Es war mir auch klar, das irgendwelche Diskrepanzen jetzt auf den Tisch kommen.



    Ich frage mich auch was du nun hier wissen möchtest. Wir sehen hier nur das ein MA nun nicht mehr schichtfähig ist und aus der Schicht rausgenommen wird und und die anderen Personen wußten ja von vorneherein das es auf Zeit sein wird.


    Und E mag nunmal seinen Posten ohne Schicht bzw. nur vertretungsweise, was auch verständlich ist. Nur steht eben der erwähnte Passus im Arbeitsvertrag und der AG macht nun mal Gebrauch davon, weil es eben das einfachste ist. Und E wußte sicher das irgendwann mal so kommen könnte.


    Letzendlich können wir auch nur vermuten welche der Personen du bist, solltest du keine davon sein, dann sind das ungelegte Eier für dich. Das bringt nur Unruhe wenn man sich irgendwo einmischt.

    Solltest du eine der Personen sein, weißt du ja selbst am besten wie es ist.


    Das hier ist das einzige richtige

    Zitat

    Wie bei allen Sachen im Leben. Nur wer Redet dem kann geholfen werden. Beste Lösung ist sich mit Betriebsrat, Betriebsleiter und Personalabteilung gemeinsam ne Lösung suchen.Dafür müssen aber die persönlichen Diskrepanzen außen vor gelassen werden, von wem auch immer.

    :ada:03/18, :BQ:11/18