Meister oder Student?

  • Hallo zusammen,


    es geht hier mal um ein neues Thema. Wir gehen jetzt mal davon aus, dass ein Betriebsleiter in einem Chemiekonzern eingestellt werden soll. Es sind zwei Bewerber eingeladen.


    Der eine ist Industriemeister und der andere hat sein Studium fertig. Welche von den beiden würdet Ihr für diese Stelle nehmen und wieso?

    Zurzeit Logistikmeister am absolvieren ^^

  • Da keine weiteren Informationen zu den beiden vorhanden sind, würde ich die Erfahrungen und Fähigkeiten gegenüberstellen.


    Wie sehen die Erfahrungen und Fähigkeiten der Bewerber aus?
    Kann der eine Bewerber mit den Anforderungen hervorstechen die benötigt werden?

    Kann man die vllt. fehlende Erfahrung und Fähigkeiten ausbauen die bei einem höher sind aber dem anderen fehlen aber doch relevant sind oder werden könnten?


    Das was Du fragst sind ja nun sehr grobe Angaben die im einzelnden zu Prüfen sind.

    Da eine Richtung geben wird in der Theorie sehr schwierig, da würden Gespräche mehr aufschluß geben wer passen könnte.

    Dazu ein Frage Antwort Katalog erstellen aufgrund der Anforderungen die der Betrieb benötigt.


    So mein auch grober Vorschlag

  • Diese Fragestellung ist so realitätsfern, da lässt sich für jede Antwort genug finden was dafür spricht. Eine bessere Antwort ist so nicht möglich, warum auch.

    Woher ist die Fragestellung? Aus welchem Kontext?

    Auf was willst du hinaus?

    Das ist eine Frage wie

    "was ist besser, der rote oder der grüne Apfel /Draht /Wagen /..."

  • Ich erkläre euch mal den Sachverhalt worauf ich hinaus will


    Und zwar ist mein Kollege Logistikmeister und der andere Studierter für Logistik also Bachelor. Beide haben ca. die gleich Erfahrung außer der Meister hat noch Praxis dazu und der Studierte Theorie mehr.


    Wer würde besser zu einer Stelle als Betriebsleiter passen? Klar ist die Frage etwas trocken aber ich wollte nur die Meinung andere hören.


    Weil oft steht in stellen drin z.B. mit Studium oder Meister


    abgeschlossene Ausbildung zum Kaufmann für Spedition und Logistikdienstleistungen oder Studium mit dem Schwerpunkt Logistik oder Weiterbildung zum geprüften Logistikmeister.

    Zurzeit Logistikmeister am absolvieren ^^

  • Daraus kann keiner für sich bessere Chancen ausmalen. Aber wie du entweder schon gelernt hast, oder noch lernen wirst, gibt es bei einer zu besetzenden Stelle noch weitaus mehr Kriterien als die rein plakativen aus der Stellenbeschreibung. Da sind ja nur die schulischen Voraussetzungen genannt. Normalerweise kommen da noch Softskills etc zu. Wie die Anforderungen aber bei deinem Beispiel aussehen kann dir keiner sagen.

    So heißt es nur "Wir suchen Obst, zb Äpfel oder Birnen" und du fragst ob Äpfel oder Birnen jetzt bessere Chancen haben.


    Ps: als Betriebsleiter würde ich keinen mit nur 2 Jahren Erfahrung einstellen. Und da kommen eben weitere Qualifikationen/ Kompetenzen/ Softskills/ Erfahrungen etc (worauf beziehen sich praktische oder theoretische Erfahrungen deiner Kollegen?) hinzu.


    Das ganze Szenario ist halt nach wie vor ohne jede Aussage oder Bezug, da viel zu wenig Infos und ohne Anforderungsprofil.

  • Also mir hat mal ein Personaler erklärt, dass in Stellenausschreibungen der Passus nach dem "oder" die Notbesetzung ist.


    Also wenn wirklich durch den (ich hasse das Wort) z.B. Fachkräftemangel, sich keiner meldet, oder wenn wirklich

    im Unternehmen jemand mit vielen Jahren Erfahrung sitzt und sich mit der niedrigeren Qualifikation bewirbt, dass man

    diese Bewerbung trotzdem betrachten kann.


    Und zu der Frage. Nicht böse gemeint, aber längere Bildung sollte auch belohnt werden.


    Ich finde das ein Industriemeister beim Teamleiter enden sollte. Und danach sollte zwingend ein Studium notwendig sein.


    Soll auch nicht böse gemeint sein, aber wer wirklich einmal das Volumen gegenüberstellt, wird ebenfalls zu der Tatsache kommen.

    Beim Industriemeister hat ein Fach eigentlich "nur" um die 100-120 Seiten.


    Im Studium benötigt man zu jeder Klausur um die 500 Seiten. Und auch wenn man rein, wenn es um Führung geht noch einen MBA oder

    so absolviert, geht dieser ja noch einmal komplett in die Tiefe und auch ins praktische in Sachen Führungsebene.


    Bei uns hat sich das im Unternehmen auch sehr lasch entwickelt und es führt die letzten Jahre nur zu Krieg.

    Und teilweise ja auch zu Recht. Durch Vitamin B sind sogar Leute ohne viel Qualifikation und Studium auf Leiterpositionen gesessen worden

    und andere mit Erfahrung, Weiterbildungen, oder Studium sehen zu und sind schlecht bezahlt.


    Ich meine was sendet das für Signale? Da setzt man sich jahrelang in die Uni und quält sich durch zig Klausuren und mündlichen Prüfungen

    und dann überholen einen Leute ohne alles. Ist halt auch mit Vorsicht zu genießen.

  • Also ich finde das ein Meister nicht beim Teamleiter enden sollte den dann hast du genau das Problem das der Meister viel zu unterfordert wäre. Ich finde als Bereichsleiter ist es schon gut unter gebracht.

    Zurzeit Logistikmeister am absolvieren ^^

  • Die meistens Studenten die ich kenne haben nicht mal 1% Prozent Erfahrung als die der Meister, muss ich aber mal hier dazu tun

    Zurzeit Logistikmeister am absolvieren ^^

  • Also mir hat mal ein Personaler erklärt, dass in Stellenausschreibungen der Passus nach dem "oder" die Notbesetzung ist.

    Also das kannst du mal insLand der Märchen verfrachten. Dann macht dieser Personaler aber in seinem Beruf vieles falsch. So einen Unsinn habe ich noch nie gehört. Ein guter Freund (selbst Personaler) hat sich gestern über diesen Satz hier weggelacht. Wie kommt man nur auf solche Sichtweisen?!


    (Nicht du, dein Personaler!)

  • Hallo zusammen

    In der Regel haben Studenten ein sehr fundiertes theoretisches Wissen. Leider jedoch auch oft noch nichteinmal das, weil Sie nur auf Ergebnis von Klausur zu Klausur arbeiten. Bei uns in der Firma nennen wir sie Studierte Azubis. Das erste halbe Jahr nach dem Studium muss man ihnen alles beibringen. Oft auch länger.

    Es kommt also immer darauf an welche Tätigkeiten man ausübt. Beides hat Vor- und Nachteile. Aber wir haben in Deutschland zu wenig Ruderer.

  • Ich finde das ein Industriemeister beim Teamleiter enden sollte. Und danach sollte zwingend ein Studium notwendig sein.

    Genau, so hoch kann es ja auch gehen.

    Persönlich, finde ich zwar das der Name immer etwas zu Missverständnissen führt. Weil viele nur denn Teamleiter kennen, der eine Hierarchiestufe unter sich hat.

    Aber ich bin mir sicher. Das du denn Teamleiter, über dem Abteilungsleiter meinst.

  • Beim Industriemeister hat ein Fach eigentlich "nur" um die 100-120 Seiten.

    Das will ich sehen, dass du es in 100 Seiten packst.

    Machmal alleine die HQ in 100 Seiten, das wird nicht klappen.


    Du kannst als IM auch sehr hoch kommen.

    DU als Industriemeister kennst bestens die Herausforderungen und die Möglichkeiten der Entwicklung.


    Viele im Studium studieren dahin, DU als IM gehst deinen Weg dahin mit deinen Kompetenzen.


    Mein Sohn Studiert und ich weiss was es heisst Arbeit darein zu stecken.


    Aber dass was Du da schreibst halte ich für eine Strikt falsche Einstellung.



    EDIT: und lass dir nichts von solchen Leuten etwas verkaufen die Leute verkaufen ;)

  • Hallo zusammen,


    naja vielleicht habe ich im Bezug zum Studium dann die "falsche" Sichtweise, weil ich alles durch habe.


    Sprich Ausbildung > Industriemeister > Bachalor + Master und MBA


    Und daher stammt auch die Sichtweise wie weit jemand kommen sollte. Früher, ja ich weiß man sollte das nicht so nennen,

    gab es diese starre Hierarchie und sie war nicht schlecht.

    Man benötigte halt für gewisse Stellen einfach eine gewisse Qualifikation und Papiere.

    Heute ist es so, dass manche meinen, dass sie egal mit was sie kommen sich einfach auf jede Stelle bewerben können.


    Ich meine jemanden als Industrieemeister würde es einem doch auch nicht passen, wenn sich jemand als Geselle auf

    einen Teamleiter bewirbt und derjenige dann genommen wird.

    Und so ist es doch auch mit Studium und Co. für was sich dann als Beispiel 6 Jahre abmühen, wenn sich auf

    diverse Stellen dann auch andere bewerben und drankommen.


    Dann kann man sich in Zukunft ja wirklich jegliche Bildung sparen.



    Die 100 Seiten bezogen sich auf eine Prüfung (Fach). Ja HQ ist ein Stück größer.

    Habe ja die Hefte hier liegen. Ist ja keine Abwertung, aber halt Fakt.


    Und ja der Personaler ist vom alten Schlag, gleiche Meinung hatte auch der Betriebsrat.

    Die können aber auch noch nicht wirklich was mit Bachelor und Master und Co. anfangen

    und übersetzen Master mit Meister.


    Wie gesagt jeder soll das Beste herausholen, aber man sollte halt auch abwägen und fair bleiben.


    Weil ich sehe es ja wirklich bei uns (Großunternehmen) Vitamin B und Postenzuschieben erzeugen

    nur Unmut. Die Leute in Planungsstellen mit Studium und Co. haben reihenweise gekündigt, weil

    man anderen nur aus Angst, dass sie gehen usw. die gleiche Lohngruppe zugeschoben haben.


    Leute mit Fachwirt und Co. wurden durch Vitamin B zu höheren Leitern gemacht, obwohl sie 0 Ahnung haben.

    Andere mit Studium bleiben auf der Strecke. Erzeugt Unmut.


    Möglich macht das unter anderem wirklich der Mangel und die Angst, welche Personaler dann eben

    auch das ODER in den Stellenausschreibungen wählen lässt.


    Wird bei der nächsten Stelle jemand wieder mit der normalen Qualifikation eingestellt und redet mit dem

    Kollegen, dann fragt er sich auch wie das sein kann und fühlt sich ein wenig veräppelt.

  • Wenn jemand abseits von Studium und diversen Papieren für eine Stelle geeignet ist, warum sollte dieser dann für die Stelle nicht in Betracht kommen? Studium oder Papiere sind keinerlei Qualifikations oder Qualitätsnachweis.

    Die Leute in Planungsstellen mit Studium und Co. haben reihenweise gekündigt, weil

    man anderen nur aus Angst, dass sie gehen usw. die gleiche Lohngruppe zugeschoben haben.

    Das ist ganz ehrlich armselig. "Ich bin zufrieden, solange andere weniger bekommen als ich". Spricht richtig für die Leute...

    Ein Betrieb zahlt einem Mitarbeiter das, was er ihm wert ist. Wenn diese Mitarbeiter nicht gehen sollen und daher mehr Geld bekommen, warum hat dadurch ein studierter automatisch auch Anrecht auf mehr?

    Oder erwirbt man dabei automatisch den Passus "+500" für kommende Arbeitsverträge? Ist mir bisher entgangen. Ein Maschinenbauer, der als Hausmeister arbeitet bekommt auch nicht automatisch mehr als andere. Und ich kenne einen solchen.

    Anders herum gibt es bei uns auch Leute ohne Ausbildung, die mehr verdienen als der vorgesetzte. Einfach aufgrund seines Fachwissens ist er unersetzbar, der vorgesetzte aber schon. Für die Firma nicht gut, aber ihre Entscheidung.


    Leistungsgerechte Bezahlung heißt es, nicht Abschlussgerechte Bezahlung.

    Da sollte auch langsam bei unseren Absolventen mal ankommen, dass sie durch ein diplom oä, noch keine messbare Arbeitsleistung erbracht haben. Den Respekt und so müssen auch die sich erst verdienen. Studium oder Weiterbildung steht nicht automatisch für Fleiß /Intelligenz /(beliebig weiter zu führen). Das weiß ich aus eigener Erfahrung aus Studienzeiten und der Weiterbildung, und vor allem wie viele Nulpen dabei erfolgreich waren.


    Und warum sollte ich verstimmt sein, wenn jemand ohne Studium /Weiterbildung eine gleiche oder höhere Stellung bekommt als ich? Erstmal bin ich neugierig und offen wie er/sie sich dafür qualifiziert und entsprechend verkauft haben. Bringen sie dann die Leistung nicht, werden die Karten neu gemischt.

    Von vornherein ablehnen wirkt aber eher wie mangelndes Selbstbewusstsein.

  • Anders herum gibt es bei uns auch Leute ohne Ausbildung, die mehr verdienen als der vorgesetzte.

    Das halte ich mal für ein Märchen. Wo gibt es bitte eine Firma, wo der Vorgesetzte weniger verdient als der Untergebene? Da wird doch dann der Bock zum Gärtner gemacht.


    Jeder solche Vorgesetzte würde kündigen, aber ganz sicher! Er trägt die Verantwortung und verdient weniger?


    Zumal ein Studium durchaus ein Qualifikationsnachweis ist. Sicherlich nicht automatisch ein Qualitätsnachweis. Und jemand, der studiert, hat sehr wohl eine bestimmte Leistung erbracht. Er verzichtet zudem freiwillig auf Löhne, die er durch sein Studium nicht verdienen kann, weil er eben studiert.


    Akademiker gibt es nicht ohne Grund. Deine Sichtweise mag in Teilen zutreffen. Die Grundaussage deiner Ausführungen halte ich jedoch für grundfalsch, da du nahezu alle Akademiker abkanzelst. Ein Studium ist für viele Menschen überhaupt nicht zu schaffen. Das sehe ich immer wieder in fortgeführten Lebensläufen nach Meisterausbildungen. Die meisten scheitern im ersten oder zweiten Semester an der Uni, weil es ein vollkommen anderes Anforderungsniveau ist.


    Als ich studiert habe, war das noch viel extremer von den Unterschieden her. Mittlerweile - und da gebe ich dir teilweise Recht - sind einige Studiengänge sicherlich keine große Hürde mehr. Die meisten aber doch, denn es hängt auch viel von der jeweiligen Falkultät und deren Selbstverständnis vom geforderten Niveau an die Teilnehmer ab.


    In diesem Sinne - Grüße! ;-)

  • Das halte ich mal für ein Märchen. Wo gibt es bitte eine Firma, wo der Vorgesetzte weniger verdient als der Untergebene? Da wird doch dann der Bock zum Gärtner gemacht.


    Doch das gibt es. Ich war über 8 Jahre der Abteilungsleiter (auch ohne Meistertitel) und trotzdem nur auf Platz 3 der Abteilungsinternen Gehaltsliste.


    War alles ja noch nachvoll ziehbar, da die Erfahrung der beiden anderen Mitarbeiter in ihrerm Bereich einfach sehr groß war und von daher hatte ich nie ein Problem damit. Als dann ein anderer Kollege auf einmal bei allem bevorzugt wurde nur weil er einen sehr guten Draht zum Junior Chef und dem Betriebsleiter aufgebaut hatte, war das für mich ein Signal über einen Wechsel nach zu denken. Nachdem er dann aber inoffiziel die Leitung bekommen hat, ich aber offiziel immer noch die Verantwortung weiter tragen sollte war das Maß entgültig voll.


    Ich habe dann gewechselt, in eine ganz andere Branche und hab das bis heute nicht bereut. Auch wenn mir in dieser Branche der IMM nicht großartig was bringt aber die Erfahrung und das wissen nimmt mir trotzdem keiner.

    :ada:-10/2018 :BQ:-11/2019

  • Das halte ich mal für ein Märchen. Wo gibt es bitte eine Firma, wo der Vorgesetzte weniger verdient als der Untergebene? Da wird doch dann der Bock zum Gärtner gemacht

    Was du hältst ist deine Sache8o

    Bei uns ist das so. Der entsprechende Maschinenführer hat die zusätzliche Verantwortung abgelehnt. Das Geld hat er trotzdem bekommen, ein Entscheidungsträger musste trotzdem her. Mal davon abgesehen, dass ohne Tarif freie lohnverhandlung gilt.

    Und weisst du was? Die beiden wissen das sogar jeweils und keiner neidet es dem anderen. Der neue sagte nur "Ich habe bis dahin verhandelt und bin damit zufrieden".

    Dass sich der Betrieb damit angreifbar macht ist eine andere Sache und nicht meine.

    Mal davon abgesehen, dass die entsprechenden Gehälter ohne Zustimmung der einzelnen nicht bekannt gegeben werden dürfen, auch Vorgesetzten nicht ohne weiteres.


    Nein, ein Studium ist kein qualifikationsnachweis. Nur ein Nachweis über bestandene Prüfungen. Nicht darüber ob die Fachqualifikation wirklich gegeben ist. Geprüft wird im Studium was durchgenommen wurde, das wiederum entscheiden die Professoren und Hochschulen.

    Nicht umsonst werden manche Kurse von unterschiedlichen Hochschulen gegenseitig nicht unbedingt anerkannt. Vom Unterschied Uni und fh ganz zu schweigen. Trotzdem haben beide Bachelor/Master of science im Brief stehen. Nichtmal Die FH muss noch ausgewiesen werden um die Chancengleichheit zu waren.


    Zu guter letzt habe ich nicht alle Akademiker abgekanzelt.

    Ich sagte auch nicht, dass Studierte keine Leistung erbracht haben. Keine messbare Arbeitsleistung schrieb ich. Ein massiver Unterschied.

    Ein frischer Absolvent ist immer ein Blindkauf. Egal ob Studium oder Weiterbildung. Es gibt nunmal keine Garantie dafür, dass mit dem auswendig lernen von Inhalten auch das Verständnis und die Anwendung mitgenommen wurden. Das muss der entsprechende AN erstmal beweisen. Und von vornherein zu sagen, dadurch dass er gut lernen konnte hat er auf jeden Fall höhere Posten und mehr Geld verdient ist hirnrissig. Fachidioten werden jedes Jahr viele auf den Markt geworfen. Und nicht wenige kommen mit eben den obigen Vorstellungen, und wundern sich dann, warum sie leider nicht immer ernst genommen werden.

    Grade in den naturwissenschaftlichen Bereichen ist es nicht selten so, dass genug versuchen in der Wirtschaft Fuß zu fassen und doch als "wissenschaftliche Mitarbeiter" zurück an die Uni gehen,weil nicht der Respekt kam den sie wollten, oder sie massiv auf die Schnauze gefallen sind bzgl ihrer Fachkompetenz.

    Ich bekomme das jedes Viertel Jahr mit, da meine Frau (Maschinenbauer an einer privaten Forschungseinrichtung) solche Bewerbungen oder eingestellte bekommt, die erstmal zurecht gestutzt werden müssen. Und selten länger als ein halbes Jahr bleiben, da sie es nicht einsehen, dass man auch als Akademiker erstmal arbeiten muss um Geld zu verdienen.

    In der Wirtschaft ist das nicht viel anders.

    Daher ist es vermessen zu sagen "ab da und da dürfen nur studierte sitzen"

    Der Großteil der deutschen Großunternehmen ist nicht von Akademikern gegründet worden, aber da kann ich mich auch irren.

    Von den armseligen Ansprüchen an Geld habt abgesehen. Wenn ich zufrieden bin mit den was ich für meine Arbeit bekomme, warum sollte es mich unzufrieden machen, wenn jemand anderes mehr bekommt? Dann hapert es bei mir, nicht bei dem anderen.

  • Doch das gibt es. Ich war über 8 Jahre der Abteilungsleiter (auch ohne Meistertitel) und trotzdem nur auf Platz 3 der Abteilungsinternen Gehaltsliste.


    War alles ja noch nachvoll ziehbar, da die Erfahrung der beiden anderen Mitarbeiter in ihrerm Bereich einfach sehr groß war und von daher hatte ich nie ein Problem damit. Als dann ein anderer Kollege auf einmal bei allem bevorzugt wurde nur weil er einen sehr guten Draht zum Junior Chef und dem Betriebsleiter aufgebaut hatte, war das für mich ein Signal über einen Wechsel nach zu denken. Nachdem er dann aber inoffiziel die Leitung bekommen hat, ich aber offiziel immer noch die Verantwortung weiter tragen sollte war das Maß entgültig voll.


    Ich habe dann gewechselt, in eine ganz andere Branche und hab das bis heute nicht bereut. Auch wenn mir in dieser Branche der IMM nicht großartig was bringt aber die Erfahrung und das wissen nimmt mir trotzdem keiner.

    Also stimmst du mir ja generell zu. Klar gibt es immer Ausnahmen.


    Danke für die Stellungnahme.

  • Dann läuft bei euch leider etwas Grundsätzliches schief. In Einzelfällen mag es solche Dinge geben, dass ein Vorgesetzter weniger Gehalt bekommt.


    Die Regel ist das aber nicht. Daher auch hier danke für die Bestätigung.

  • Also stimmst du mir ja generell zu. Klar gibt es immer Ausnahmen.


    Danke für die Stellungnahme.

    Ja das tue ich. Wenn man eine, ich sag mal oberflächliche Ungleichbehandlung, sachlich und nachvollziehbar rechtfertigen und auch kommunizieren kann dann gibts im Nachgang selten Probleme.

    Nur werden solche Entscheidungen aus dem Bauch raus oder nach Sympathie Faktor (Stichwort Vitamin B) getroffen wird das in der Regel auch nicht öffentlich beredet und das sorgt für genügend unmut weil jeder seine eigene Interpretation dazu entwickelt.

    :ada:-10/2018 :BQ:-11/2019

  • Es hat ja auch keiner behauptet, dass das die Regel ist. Aber so unmöglich wie hingestellt sicher nicht.


    Und vor allem ging es ja darum, ob man für eine gewisse Personalstufe nur noch studierte Leute nehmen sollte. Und das ist nunmal Humbug, genauso wie ein Studium einen nicht automatisch für eine solche Stelle qualifiziert.

    Um das Gehalt ging es ja dabei, dass behauptet wurde, dass studierte auf jeden Fall das Recht haben mehr Geld als andere zu bekommen. Sonst kündigen sie ja, wenn sie sehen, dass andere, für den Betrieb wichtige, Mitarbeiter genauso viel Geld bekommen wie sie. Und das ist nunmal armselig.

  • Es hat ja auch keiner behauptet, dass das die Regel ist. Aber so unmöglich wie hingestellt sicher nicht.


    Und vor allem ging es ja darum, ob man für eine gewisse Personalstufe nur noch studierte Leute nehmen sollte. Und das ist nunmal Humbug, genauso wie ein Studium einen nicht automatisch für eine solche Stelle qualifiziert.

    Um das Gehalt ging es ja dabei, dass behauptet wurde, dass studierte auf jeden Fall das Recht haben mehr Geld als andere zu bekommen. Sonst kündigen sie ja, wenn sie sehen, dass andere, für den Betrieb wichtige, Mitarbeiter genauso viel Geld bekommen wie sie. Und das ist nunmal armselig.

    Nun das ist deine Meinung, und die ist wohl selten. Ist ja zu begrüßen, wenn dir das nichts ausmacht, wenn übertrieben gesagt ein Azubi/Geselle

    mehr verdienen würde als du.


    Aber das man in jeder Personalstufe eine gewisse Qualifizierung und Stufe erreicht haben muss, gibt es eigentlich in jedem normal geführten

    Unternehmen. Außer die besonders Vitamin B lastigen.

    Ja sogar beim Staat muss man ein Masterstudium vorweisen, um sich überhaupt auf eine höhere Leiterposition bewerben zu können.


    Und was ist daran armselig, wenn jemand mit viel mehr Jahren Bildung Anspruch auf eine bessere Stelle und Lohn hat, als z.B. jemand

    mit 6 Monat Industriemeister? Jetzt mal bildlich ausgesprochen.


    Und warum drehst du in deinem Beispiel mit dem Maschinenbauer - Hausmeister das ganze um? Der Maschinenbauer mit Studium hat

    sich ja für die kleinere Stelle selbst entschieden. Ist doch klar das er dann nicht mehr bekommt, wenn für die Stelle nicht mehr Qualifikation

    notwendig ist.


    Mein Beispiel war aber genau anders herum. Wenn als Beispiel der Hausmeister das gleiche verdienen würde wie der Maschinenbauer.

    Dann würde sich doch der Maschinenbauer am Kopf kratzen und sich fragen was hier los ist.

    Und genau das war das Beispiel aus meinem Unternehmen.

    Und da fragen sich die Planer und Bezirksleiter zu Recht, was da los ist, wenn man einem Sachbearbeiter dann das gleiche

    zahlt, nur damit er nicht abhaut.


    Und um es gezielter zu formulieren. Im Industriemeister lernt man auch nicht die ganzen tieferen Führungswerkzeuge wie im Master,

    oder MBA-Studium.

    Ich glaube viele überschätzen dies und nehmen den von der IHK gepushten DQR Rahmen zu ernst.

    1 Semester Industriemeister vs. 6-7 Semester alleine Bachelor.


    Wie gesagt ist jedem seine Meinung. Aber wenn es keine Grenzen bei Posten mehr gibt, dann lohnt sich auch keine Weiterbildung.

    Dann kann man auch seine Lehre machen, 15 Jahre absitzen und sich auf alle höheren Posten bewerben, weil man ja "15Jahre-Erfahrung" hat.


    Und wieso machen hier dann alle den Meister? Wohl doch auch, um sich von der Stelle als Geselle die Möglichkeit zu schaffen, um sich um eine Stufe höher bewerben zu können.

    Und genauso streben halt einige ein Studium an, um sich eben auf Posten überhalb von Gesellen und IHK-Abschlüssen bewerben zu können.

    Und wenn es hier keine Abgrenzung und + an Lohn geben würde, dann würde sich doch auch keiner mehr die vielen Jahre mehr antun.

    Und es handelt sich dabei ja nicht nur um Jahre, sondern auch um den Schwierigkeitsgrad und wesentlich mehr Stoff.