Meister oder Student?

  • Und warum drehst du in deinem Beispiel mit dem Maschinenbauer - Hausmeister das ganze um? Der Maschinenbauer mit Studium hat

    sich ja für die kleinere Stelle selbst entschieden. Ist doch klar das er dann nicht mehr bekommt, wenn für die Stelle nicht mehr Qualifikation

    notwendig ist

    Weil es bei dir klang, als ob ein Studium ein hohes Gehalt beinhaltet.

    Aber ich sprach die ganze Zeit von Leistungsgerechter Zahlung, nicht Abschlussgerechter Zahlung falls du das überlesen hast. Das heißt, jeder bekommt das, was er leistet, bzw was er der Firma wert ist.



    Und da fragen sich die Planer und Bezirksleiter zu Recht, was da los ist, wenn man einem Sachbearbeiter dann das gleiche

    zahlt, nur damit er nicht abhaut

    Er muss es dann ja der Firma wert sein oder nicht? Warum muss mich das unzufrieden machen, wenn ich ohne den anderen doch zufrieden wäre mit dem was ich bekomme?

    Wie gesagt ist jedem seine Meinung. Aber wenn es keine Grenzen bei Posten mehr gibt, dann lohnt sich auch keine Weiterbildung

    Falsch.

    Weiterbildung ist eine schnelle Art Bildung zu bekommen. Aber nicht die einzige

    Und um es gezielter zu formulieren. Im Industriemeister lernt man auch nicht die ganzen tieferen Führungswerkzeuge wie im Master,

    oder MBA-Studium

    Das kommt schwer auf den Studiengang und die Hochschule an. Etliche lehren keinerlei "tiefere Führungswerkzeuge", was auch immer das sein soll. Oft werfen sie nur mit allgemeinen Fachwissen vollgepumpte Fachidioten auf den Markt. Auf den Arbeitsstellen geschieht dann die Formung auf den Arbeitsplatz.

    Ja sogar beim Staat muss man ein Masterstudium vorweisen, um sich überhaupt auf eine höhere Leiterposition bewerben zu können

    Auch nicht uneingeschränkt, aber der übliche Weg, ja.

    Dann kann man auch seine Lehre machen, 15 Jahre absitzen und sich auf alle höheren Posten bewerben, weil man ja "15Jahre-Erfahrung" hat

    Falsch, wenn dieser aus seiner erfahrung nichts mitgenommen hat.

    Richtig, wenn diese Erfahrungen zb Teamleitungen und selbstverantwortliche Projekte beinhalten.

    Und was ist daran armselig, wenn jemand mit viel mehr Jahren Bildung Anspruch auf eine bessere Stelle und Lohn hat, als z.B. jemand

    mit 6 Monat Industriemeister? Jetzt mal bildlich ausgesprochen

    Überspitzt ausgedrückt muss ich nur oft genug sitzen bleiben, so lange studieren wie möglich und möglichst viele verschiedene Studien machen, dann kann ich ja direkt in die oberste Führungsriege einsteigen:/(nicht ganz ernst nehmen, aber es geht in die Richtung). Du kannst genauso behaupten, daß jemand mit viel mehr jahren arbeit doch ein Anrecht darauf hat dafür belohnt zu werden, länger Steuern gezahlt zu haben und mehr Leistung für den Betrieb erbracht zu haben. Wieder eine Frage des Einzelfalls und nicht zu pauschalisieren.




    Ich kann jetzt mal nur von mir persönlich sprechen.

    Nach dem Bachelor Maschinenbau (FH) habe ich eine Lehre gemacht und jetzt den Meister.

    Der Job nach dem Studium hätte mich nicht glücklich gemacht, zu viel PC Arbeit im stillen Kämmerlein. Ich wollte an die Front, im Geschehen sein.

    Jemandes Vorgesetzter hätte ich nie sein können, woher auch? Ich hatte keine Ahnung von betrieblichen Abläufen, Produktionen, generell vom Leben im Betrieb. Das kommt nicht im Studium vor.

    Mit Menschen umgehen? Ist nicht im Lehrplan. Personalpolitik? Auch nicht. Produktionsplanung? Nix.

    Bwl? Ein Semester, keinerlei Praxisbezug.

    Projektplanung? Findet im Studium völlig anders statt, als es in den meisten Betrieben neben der Produktion überhaupt möglich ist.

    Was hätte mich für einen Führungsposten qualifiziert? Auf keinen Fall das Studium.


    Nach der Lehre wurde mir nach 2 Jahren die eigene Abteilung angeboten. Fehler habe ich ohne Ende gemacht. Ich wusste es nicht besser, die Erfahrung fehlte. Und die braucht nunmal Praxis.


    Der Meister ist ein Musterbeispiel. Um die Prüfung zu bestehen muss man nur etwas auswendig lernen können, und da nicht mal besonders viel.

    Da nehme ich lieber Jemanden, der die Fähigkeiten hat, egal ob der Meisterbrief da ist oder nicht. Der Meisterbrief ist nämlich gar keine Garantie dafür, die Qualität für die er steht auch zu erhalten. Trotzdem bilden sich unheimlich viele was darauf ein.

    Warum ich ihn mache? Weil ich sie Bildung möglichst zügig brauche. Denn Posten habe ich, aber nicht die Zeit die Fehler zu machen und Erfahrungen zu machen.

    Aber warum sollte ich jemandem, der schon länger arbeitet und ggf die Erfahrungen schon gemacht hat den Posten missgönnen?

    Wenn jemand für einen Posten genug leistet, soll er ihn bekommen und entsprechend entlohnt werden, nicht mehr und nicht weniger. Ob da jetzt ein schön eingerahmtes Scheinchen an der Wand hängt oder nicht.

    Auch wenn einige sich dann eventuell nicht mehr auf ihren Diplomen ausruhen können.


    Ich glaube sowieso, daß das hochloben von Studenten nicht gut für die Wirtschaft ist. Alle Welt fühlt sich berufen zu studieren, die Studiengänge werden immer leichter, weil man die Studenten ja unterstützen muss etc. Wie gesagt, diesen Verlauf sehe ich bei meiner Frau und unseren Bewerbern laufend...

  • Hallo,


    das ist doch etwas, das man so nicht pauschalisieren kann. Es gibt Unternehmen, die bei gleicher Eignung einen studierten Bachelor nicht automatisch vorziehen, genauso wie es Unternehmen gibt, bei denen braucht man sich ohne Studium auf gewisse Stellen gar nicht erst zu bewerben.


    Abgesehen davon - es gibt auch Unternehmen, da braucht man sich als Frau gar nicht auf Führungsbereiche bewerben - egal ob mit oder ohne Studium - sagt auch niemand offen, aber trotzdem wird ein Mann eingestellt... selbstverständlich war der dann besser geeignet.


    Ich hab das Glück jetzt einen Arbeitgeber zu haben der keinen Unterschied machte - ich hab mit langjähriger Berufserfahrung und einem noch nicht beendeten Meister die Stelle bekommen, die eigentlich für ein Studium gedacht war. Gleichzeitig mit mir wurde ein Bachelor mit abgeschlossenem Studium eingestellt - beide auf die gleiche Stelle, gleiche Einstufung nach Tarifvertrag. So kanns auch laufen.


    Gruß Dhana

    :ada:August 2019 :BQ: Oktober 2019

  • ich denke auch, das Studierte durchaus ein Recht auf ein höheres Gehalt haben- wenn Sie Ihren Job beherrschen und eine dementsprechende Stelle haben. Ich bin auch Fachkraft, aber nicht als solche Eingestellt- dann brauch ich mich nicht beschweren übers " Kleingeld". Wenn ich den Meister packe, möchte ich evtl. auch studieren, und ob ich dann immer noch für 'n Appel und 'n Ei Arbeiten möchte, kann ich nicht sagen. Zur Zeit ist mir am wichtigsten, dass ich alles gut unter einen Hut kriege. Und ich mag meinen Arbeitsplatz, auch wenn ich Überqualifiziert bin. Ich würde eher denjenigen mit Berufserfahrung Einstellen- oder beide- dann könnten Sie sich gegenseitig befruchten.

    Wenn ich mir die Jobangebote ansehe, dann ist es schon von Vorteil, das ich keine zwanzig mehr bin, und von der Pike auf gelernt habe..

  • Es gibt übrigens auch Unternehmen, da werden keine Männer eingestellt. Wird auch offen von der Führungskraft so verkündet. Nur mal im Hinblick auf #metoo und den ganzen Schwachsinn von Gleichberechtigung!

    Echt? Wo gibt's das denn?

    Frauenhaus oä macht meines Erachtens Sinn, aber sonst müsste man doch dagegen vorgehen können, wenn an wirklich Interesse hätte

  • JA, das gibt es. Firmen darf und werde ich hier leider nicht nennen.


    Originalaussage: So lange ich hier das Sagen habe, werden hier keine Männer mehr eingestellt. So geschehen seit mehreren Jahren.

    Das ist einerseits traurig und andererseits armselig<X